Dienstag, 18. Oktober 2011

30 jährige Geschichte von UBF Bonn

Dieser Text beinhaltet die 30 jährige Geschichte von UBF Bonn, Universität Bibel Freundschaft Bonn e.V.

Bonn UBF, 30 Jahre

Teil I. Bonn UBF 1980 - 1989

"Geburt und Pionierphase"

"Habt Glauben an Gott", antwortete Jesus. (Mark 11:22)
A. Einführung
Das Pionierungswerk an der Bonner Universität begann im Jahr 1980 in einer kleinen Mietwohnung. Seitdem sind nun schon 30 Jahre vergangen. UBF Bonn wuchs selbst inmitten vieler Bedrängnisse, die einerseits durch die kulturellen Unterschiede andererseits wegen des Neides des Satans verursacht wurden,  durch die Gnade und den Segen Gottes zu einer der einflussreichen Studentengemeinden in Bonn und Deutschland und zum Hauptquartier für die UBF-Campusmission in Europa, als die Mitarbeiter sich dem Bibelstudium widmeten und dem Werk der Jüngererziehung durch den Glauben und mit dem intensiven Zweierbibelstudium hingebungsvoll dienten.
Anlässlich des 30. Jubiläums unseres Pionierungswerkes wollen wir uns zuerst an das mächtige Wirken Gottes und die Glaubenserbe in den letzten 30 Jahren erinnern und Gott dafür von ganzem Herzen danken. Darüber hinaus wollen wir mit unserer neuen Generation auf die Zukunft blicken, um Gottes Vision zu empfangen.
Die 30-jährige Missionsgeschichte der Bonn UBF ist in drei Zeitabschnitten zu unterteilen, und zwar
1) 1980 – 1989: Pionierungsphase
2) 1990 – 1999: Wachstumsphase
3) 2000 – 2010: Expansionsphase
Der Bericht über die achtziger Jahre umfasst von der Geburt der Bonn UBF angefangen, Vorbereitungsphase, Aufstellung der ersten Jünger und Wachstum durch Bedrängnisse. In dieser Pionierungszeit half Gott den Missionaren, den Glauben an Gott zu lernen und verschiedene Unmöglichkeiten wie Sprache, Kulturunterschiede, finanzielle Selbständigkeit, Studium, Kindererziehung und vor allem Schafweiden durch den Glauben herauszufordern, um die Grundlage des Pionierungswerkes zu legen.
B. Geschichte

1. Geburt der Bonn UBF (15. Sep. 1980): mit Vision und Glauben
Die Stadt Bonn ist eine schöne, attraktive, kleine, aber administrative Stadt am Rhein, wo als eine Hauptstadt das Parlament, wichtige deutschen Regierungsministerien und über 130 ausländische Botschaften ansässig waren. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands gab die Stadt Bonn ihre Rolle und Funktion als die Hauptstadt überwiegend an die ehemalige und neue Hauptstadt Berlin ab und bemüht sich, eine neue Identität als eine der wichtigsten Kultur und Universitätsstädte Europas zu finden.
Am 15.09.1980 sandte Gott, um die Universität Bonn mit dem Evangelium zu erschließen, ein Senfkorn von Köln UBF als Pioniere nach Bonn aus, nämlich die Hausgemeinde von M. Peter und M. Sarah Chang zusammen mit M. Maria Park, indem er sie mit dem Wort aus Hebräer 11,29 segnete und sie mit einem Tisch und vier Stühlen ausrüstete. Das erste Zentrum war das Wohnzimmer einer Drei-Zimmer-Mietwohnung auf der Villemombler Straße 72, wo die drei Missionare den ersten Sonntagsgottesdienst abhielten. Es war wirklich wie das Werk eines kleinen Senfkorns. Außer Glauben an Gott hatten sie nicht viel, nicht einmal ein Pult für ihren Gottesdienst. aber sie waren dennoch voller Vision und Pionierungsgeist, den 45.000 Bonner Studenten die frohe Botschaft Jesu zu verkündigen. Weil M. Peter noch nicht so gut Deutsch sprach, gebrauchte er am Anfang viele lustige Ausdrücke, aber M. Sarah ermutigte ihn immer, dass er eine sehr gnädige und klare Botschaft gepredigt habe. Manchmal hatten die beiden Missionarinnen Wochenenddienst; dann hielt M. Peter den Gottesdienst ganz alleine ab. Er war gleichzeitig Prediger, Leiter, Sondergesangsteam und Gebetsdiener in einer Person. Es war ein harter einsamer Kampf. Aber er predigte zu den Topfblumen mutig: “ Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!” (Mk 1,15) Die Topfpflanzen wuchsen und blühten sehr schön, aber kein einziger Hoffnungsträger blieb in dem Werk Gottes, außer Petrus, der zwei Tage nach dem Umzug nach Bonn geboren wurde. So begann das Pionierungswerk in Bonn durch Glauben und Vision.
2. Vorbereitung der Pionierungswerk (1981-1984)
Zusammenarbeit der Missionare, Grundlage des Pionierungswerkes Am 18. Sep. 1980, nach dem sie den ersten Gottesdienst gefeiert hatten, gebar M. Sarah ihren ersten Sohn Petrus. Obwohl sie in einer schwierigen Zeit entbunden hat, war sie voller Freude, weil sie ein gutes Zeichen Gottes für das Pionierungswerk gesehen hat. Mit Vision betete sie, dass Gott ihren ersten Sohn Petrus als Campushirten an der Uni Bonn gebrauchen möge. Ihre Vision wurde nach 20 Jahre zur Erfüllung gegangen. Durch die Geburt von Petrus hat M. Peter noch ein Kreuz mehr bekommen, außer Predigt, Leiter, Promotionsarbeit nun Kinderbetreuung. Gott sah seinen einsamen Kampf als Pionier gnädig an und begann, Pioniermitarbeiter zu senden.
Im Jahr 1981, eineinhalb Jahre nach dem Beginn des Pionierungswerkes, kam M. Stephanus Park, der durch den Glauben M. Maria Kim, die erste Glaubensfrucht von M. Peter geheiratet hat, nach Bonn. Als er nach Deutschland kam, erkrankte er überraschenderweise sehr schwer an Tuberkulose, so dass er seine Aufenthalterlaubnis nur noch monatlich verlängern konnte. Gott führte ihn durch die schwere TBKrankheit und durch das Wort aus Mk 8,34 zur Einsicht und Glaubensentscheidung, mit M. Peter auf Leben oder Tod zusammenzuarbeiten und sein Missionsleben für die Deutschlandmission zu geben. M. Peter freute sich sehr, einen Brudermitarbeiter für das Pionierungswerk zu bekommen. M. Peter hatte den Wunsch, ein gemeinsames Leben wie die ersten Christen in Apg 2 zu führen. So begann er in seiner drei-Zimmer Mietwohnung eine Lebensgemeinschaft mit der Familie von M. Stephanus. Im nachfolgenden Jahr sandte Gott weitere studentische Missionare wie M. Abraham Mose Ju, M. Ruth Ju, M. Samuel Peter Ryu, M. Hanna Ryu und M. Mary Shin  nach Bonn. Obwohl sie als studentische Missionare und als ausländische Gastarbeiter öfter schwierigen Situationen und Prüfungen begegneten, bildeten sie ein festes Gefäß der Liebe und des Gebetes und arbeiteten mit M. Peter von Herzen zusammen. Ihre selbstlose, hingebungslose Zusammenarbeit ist bemerkenswert und vorbildlich, so dass Gott durch sie mächtig bis zum heutigen Tag für die Deutschland und Europamission wirken kann. Ihre Zusammenarbeit ist ein Segen für die deutschen Nachwuchshirten und  Nachwuchsmissionare, so dass sie lernen konnten, wie sie Gott dienen und für Gottes Werk zusammenarbeiten können.
Kreuze der studentischen Missionare
Als ausländische Studenten war ihr Leben sehr unsicher und sie hatten genug Kreuze zu tragen, für ihr selbständiges Leben zu sorgen, während sie gleichzeitig studierten. Das erste Rote Meer war Deutschsprachprüfung. Sie mussten Deutschsprache bemeistern, nicht nur für ihr Studium sondern vielmehr für ihre Mission, den deutschen Studenten mit dem Wort Gottes zu dienen. Darum widmeten sie sich mit Priorität, Deutschsprache zu bemeistern. Dabei half M. Peter Chang den Missionaren, nur auf Deutsch zu sprechen und das Deutschlehrbuch „Deutsch 2000“ auswendig zu lernen. Er betonte, Deutschsprache zu lernen ist gleich Deutschen und Gott der Deutschen kennenlernen. So durften die meisten Pioniermissionare in einem Jahr Deutschprüfung bestehen und Zulassung für ihr Studium an der Uni Bonn bekommen.
Studentische Missionare hatten auch verschiedene Schwierigkeiten wie Visumproblem, Wohnungssuche, Jobsuche und dazu Kulturunterschiede. Aber Gottes Wort besonders Mk 9,23 ermutigte sie, ihre widrige Lage durch den Glauben zu überwinden: „Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ (Mk 9,23). Sie fingen an, als Haushaltshilfe, Putzhilfskräfte oder Zeitungsverteiler zu arbeiten, obwohl sie in Korea hohe akademische Ausbildungen bekommen haben und gutbezahlte Arbeitsstelle inne hatten.
Obwohl sie als Putzhilfskräfte arbeiteten, hatten sie klare Identität als Missionare und Missionsbewusstsein, den Studenten mit dem Wort Gottes zu dienen und für die Weltmission zu beten. Morgens trafen sie sich im Zentrum zusammen und hatten stille Zeit mit dem Täglichen Brot und beteten zusammen. Montags schrieben sie die Weltmissionsbriefe an die Missionare in verschiedenen Kontinenten. Obwohl sie dem Pionierungswerk dienten, öffneten sie ihre Augen für die ganze Welt und waren voller Vision für die Weltmission.
Einladung der Bibelschuler
Obwohl ihr Deutsch kurz war, fingen sie an deutsche Studenten zum Bibelstudium einzuladen. Damals gab es in Bonn nur 9 Missionare, aber man hörte, dass 100 UBF Missionare in Bonn tätig wären, weil sie dem Einladungswerk wie Ameisen so eifrig dienten, dass jeder täglich mehr als 20 Studenten ansprach.
Um das Bibelstudium mit den deutschen Studenten zu machen, lernten sie den Bibeltext und das Bibelstudiumsmaterial auf Deutsch auswendig. Sie bereiteten auch leckere koreanische Speise für ihre Bibelschuler vor. Wenn ein Bibelschuler kam, dienten ihm bzw. ihr alle Mitarbeiter herzlich zusammen.
Viele Studenten kamen zum Bibelstudium aus Neugier, obwohl sie nicht gut verstehen konnten, was die Missionare sagten. Aber nachdem sie einige Lektionen studiert hatten und durch Gottes Wort persönlich angesprochen fühlten, kamen sie nicht mehr. Wie Flut und Ebbe waren viele Studenten gekommen und gegangen. Jährlich trafen die Missionare über 3000 Studenten, aber niemand blieb. Die Missionare erfuhren die schwierige geistliche Realität, wie jemand sagte, dass in Deutschland einen Hoffnungsträger zum Zweierbibelstudium einzuladen, dem gleichkommt, einen fliegenden Vogel mit der Hand zu fangen. Im Jahr 1984 konnten 9 Missionare, obwohl sie Tag und Nacht fleißig dem Einladungswerk dienten, keinen einzigen Hoffnungsträger zur Frühlingsbibelkonferenz führen und alle verzweifelten. In solch einer hoffnungslosen Lage half Gott ihnen durch das Wort aus Johannes 10,11: “Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe“, alle Enttäuschungen und Resignation zu überwinden und zu lernen, die verschiedene Hoffnungsträger in den Sünden und Hoffnungslosigkeit von ganzem Herzen zu lieben. M. Peter entschied sich gemäß Johannes 10,11 seinen Doktortitel und sein Leben für das Heil der Jugendlichen und Studenten in Deutschland zu opfern und die Tür meiner Hausgemeinde zu öffnen.
Seitdem widmete er sich unabhängig von den Ergebnissen von ganzem Herzen dem persönlichen Bibelstudium und kämpfte jede Woche, Predigten vorzubereiten, sodass er schließlich Predigtbücher über das Johannesevangelium und das Markusevangelium verfassen konnte.

3. Schafeweiden durch die Lebensgemeinschaft
Als sie auf die Sommerbibelkonferenz 1984 vorbereiteten, führte Gott einen Studenten, der sein Studium vergleichende Religionswissenschaft abgebrochen hatte, durch M. Stephanus zum Bibelstudium. Dieser Student hatte lange Haare, nahm täglich Drogen und genoss seine Phantasiewelt unter der Drogenmacht. Aber erstaunlicherweise antwortete er auf die Einladung zum Bibelstudium und zur Sommerbibelkonferenz mit "Ja". Johannes 8,12 “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.” gab ihm den geistlichen Wunsch, ein neues Leben zu beginnen. Durch das Bibelstudium des Johannesevangeliums lernte er Jesus kennen, und sein Leben veränderte sich stetig. Er ließ seine lange Haaren schneiden und kam trotz einer Stunde Fahrradfahrens zum frühmorgendlichen Täglichen Brot und zur stillen Zeit mit Gott. Es war ein wunderbares Werk Gottes. Er fing die Lebensgemeinschaft an. Die Hausgemeinde von M. Dr. Peter Chang und M. Sarah liebten ihn mehr als ihre eigenen Söhne und dienten ihm bedingungslos. Alle Missionare dienten ihm wie einem himmlischen Prinzen. Später bekannte er in seinem Glaubenszeugnis: "Keiner konnte für mich irgend eine Hoffnung haben, nicht einmal ich selbst. Aber Gott hält mich für kostbarer als das ganze Universum und liebt mich bedingungslos. Seine bedingungslose Liebe und Dienerschaft hat meinem Leben den Wendepunkt gebracht." Der lebendige Gott sah das jammernde Hirtenherz und Gebete der Missionare für diese eine sündenkranke Seele und vertraute ihnen weitere sündenkranke junge Studenten an.
Deutschland war früher ein Land der Reformation. Aber heute kann man hier kaum den lebendigen und biblischen Glauben finden. Es wurde eine Hochburg des Humanismus und von den säkularen Namens Christen erfüllt. Weil sie in den letzen 100 Jahren 2 Mal durch die Weltkriegen ein Fluch für die Welt waren, leiden sie viel unter dem Fatalismus, dem Materialismus und dem Egoismus. Die jungen Menschen interessieren sich nur für ihren kleinbürgerlichen Traum und dafür, wie sie ihr Leben mehr genießen könnten. Viele jungen Menschen leiden an Depression, Alkohol und Drogenabhängigkeit. Die Raten in Scheidung, Selbstmord und Abtreibung werden immer höher. Viele Gemeinden kamen hierher und schmolzen in diesem Ofen des Humanismus. Aber unser Gott sah die leben gebende Hingabe unserer Missionare gnädig an und fing sein Heilswerk unter den deutschen jungen Menschen an.
Durch die Veränderung einer hoffnungslosen Person wirkte Gott mächtig. Gott führte weitere Bibelschuler und stellte jedes Jahr einen Hirten auf. Im Jahr 1985 wurde ein Physikstudent A. P. durch M. Maria Park zum Bibelstudium eingeladen. Er wohnte in einem total unordentlichen Zimmer, wie in einer Mülltonne. Aber nachdem er Gottes lebendiges Wirken im Leben eines Drogensüchtigen gesehen hatte, kam er zum ZBS von Herzen und begann auch die Lebensgemeinschaft. Durch die Lebensgemeinschaft wurde er verändert. Bevor er Jesus begegnet war, wollte sich niemand mit ihm unterhalten, weil er immer über Computer sprach. Aber nachdem er durch die Begegnung mit Jesus verändert wurde, sprach er über Jesus und über das Reich Gottes. Darum kommen viele Schafe zu ihm. Er hat Physik mit Note Eins absolviert und wurde zu einem hingebungsvollen Mitarbeiter für das Werk Gottes.
Im Jahr 1987 führte Gott einen Biologiestudent Joachim Dietzel durch M. Mary Shin zum Bibelstudium. Die Mutter von Joachim Dietzel starb an Krebs. Als seine Stiefmutter ihn nicht liebte, wurde er sehr rebellisch und lebte ein sinnloses Leben in Einsamkeit und Alkohol. Er liebte es, mit dem Auto zu rasen und freute sich, wenn er andere Leute dadurch erschreckte. Gott aber schenkte ihm in M. Dr. Mary Shin eine geistliche Mutter. Durch ihre Liebe und Dienerschaft wurden alle seine inneren Schmerzen und Wunden geheilt und er durfte ein neues Leben in Jesus beginnen. Auf der Frühlingskonferenz 1987 empfing er Johannes 19,30: "Es ist vollbracht". Durch dieses Wort ist er Jesus persönlich begegnet. Aufgrund von Matthäus 6,33 entschied er sich, sein Leben für die Weltcampusmission hinzugeben.
H. Peter Schweitzer war, als er von M. Maria Park zum Zweierbibelstudium eingeladen wurde, ein Studienanfänger und ein fähiger Mann, der davon träumte, eines Tages einmal ein Informatik-Professor zu werden. Aber auf der Herbstkonferenz 1988 erkannte er, dass er vor Gott ein selbstsüchtiger Sünder war und traf Jesus durch Johannes 5,6 “Willst du gesund werden?” Er gehorchte Genesis 12,1 und zog vom Party-Haus ins Gebets-Haus, um Jesus durch das gemeinsame Leben tiefer kennen zu lernen. Er traf auf Grund Lukas 5,10b eine Glaubensentscheidung, als ein UBF-Campushirte zu leben. Nach seiner Glaubensentscheidung lud er seinen älteren Bruder Jochen und seine jüngere Schwester Heidi im darauffolgenden März ein, die nun die Mitarbeiter Gottes geworden sind. Er entschied sich, dem Werk Gottes als verantwortlicher Leiter zu dienen.
Um dem Werk Gottes unter den Studenten in Bonn zu dienen, opferte Dr. Peter seinen Doktortitel zu Gott und entschied sich, Gottes Wort aus Matthäus 6,33 zu gehorchen und vollzeitig dem Werk Gottes zu dienen. Er öffnete sein Haus für die Lebensgemeinschaft mit den Mitarbeitern und Hoffnungsträgern, indem er selbst mehr als zehn Jahre lang im Kellerzimmer wohnte und den Hoffnungsträgern die guten Zimmer zur Verfügung stellte.
Gottes Werk ist das Werk des Glaubens. Gottes Werk ist das Werk der Zusammenarbeit. Gottes Werk ist das Werk der Lebenshingabe. Gottes Werk begann, als sich eine Hausgemeinde durch den Glauben mit einigen Mitarbeiten von ganzem Herzen dem Bibelstudium widmete und einigen Studenten durch die Lebensgemeinschaft hingebungsvoll diente.
4.  Verfolgung und Wachstum des Werkes Gottes und neue Pionierungsbezirke (1986-1989)
Als das Werk Gottes durch das Zweierbibelstudium an den deutschen Universitäten mächtig wuchs, wurde der Satan sehr neidisch. Er versuchte das Werk Gottes in Bonn durch üble Nachrede in Verruf zu bringen, indem er Gottes Werk zu einer Organisation degradierte, die die fremde Kultur in Deutschland verbreiten wolle. In dieser Zeit ermutigte Dr. Samuel Lee die Bonner Mitarbeiter mit dem Wort aus Jakobus 1,12 “Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben.”  mit Geduld alle Bedrängnisse zu überwinden und treu dem Jüngererziehungswerk durch das Zweierbibelstudium zu dienen. Gott wirkte wirklich mächtig, als sie anstatt gegen die Verleumdung zu kämpfen, an Apostelgeschichte 14,22 festhielten: “Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.” und sich noch mehr auf das Bibelstudium zu konzentrieren.
a. Pionierung der Universität Mainz
Im September des Jahres 1988 verlor M. Samuel Peter wegen der Missverständnisse seine Promotionsstelle und musste eine neue Promotionsstelle suchen. Gott vertraute ihm eine Promotionsstellle an der Uni Mainz an. Dr. Peter Chang entschied sich, M. Samuel Peter als Pionier nach Mainz auszusenden, so dass viele Mainzer Studenten das Evangelium von Jesus Christus hören konnten.
Gott erlaubte ihnen im Jahr 1989, sogar bis hin nach China den Raum unseres Zeltes weit zu machen. M. Matthäus Ahn, der als Geschäftsmann nach Deutschland kam, aber von Dr. Peter Chang zum Bibelstudium eingeladen wurde, begegnete Jesus als dem Licht seines Lebens und traf gemäß Joh 1,4 und Lk 5,27 eine Lebensentscheidung, als Jünger Jesu sein Leben zu geben. Durch die Gnade Gottes gründete er in Korea eine Hirtenfamilie, die als Direktorhausgemeinde nach Peking, China ausgesandt wurde. Als die Pioniermissionare Bedrängnisse durch den Glauben überwanden und der Führung Gottes folgten, erlaubte Gott ihnen, den Raum des Zeltes in ganz Deutschland, sogar bis nach China weit zu machen.
b. Glaubensentscheidung von einheimischen Studenten für Jesus
Durch die Verfolgung half Gott den einheimischen Leitern, festen Glauben an das Evangelium zu haben und mit der klaren Identität zu leben. 1988, auf dem Höhepunkt der Verfolgung, kamen viele neue Bibelschuler zum Bibelstudium. Eine deutsche Studentin A. W. wurde zum Bibelstudium eingeladen. Trotz der Verfolgung ihrer Eltern begann sie die Lebensgemeinschaft. Als sie den Glaubensmittelpunkt festhielt und die geistliche Umgebung vorbereitete, kamen viele deutsche Studentinnen zum Bibelstudium. Ein Studienanfänger Peter Schweitzer wurde durch M. Maria Park zum Bibelstudium eingeladen und begann im selben Jahr die Lebensgemeinschaft. Durch seine Einladung haben sein älterer Bruder Jochen und seine jüngere Schwester Heidi und einen Physikstudent Xenofon Grigoriadis das Zweierbibelstudium begonnen. Außerdem kamen Berthold Kösters und Stefan Elsholz zum Zweierbibelstudium und begannen die Lebensgemeinschaft. Deutsche Hirten begannen, Schafe durch das ZBS zu weiden.
Langsam wurden das Gemeindehaus und die Lebensgemeinschaften immer enger. Da vertraute Gott ihnen außer dem Hirtenhaus und Gebetshaus noch das Kievhaus und ein 400 qm großes Zentrum an. Dieses neue Zentrum war früher eine Lagerhalle. Alle Hirten und Missionare haben mehrere Monate lang, indem sie manchmal sogar auf ihren Schlaf verzichteten, das Zentrum renoviert und es zu einem wunderschönen Zentrum gemacht. Dadurch haben sie den Glauben kennen gelernt, der die Unmöglichkeit herausfordert.
Das Pionierungswerk in Bonn war möglich, als eine Hausgemeinde von M. Dr. Peter Chang und M. Sarah Chang von Anfang des Pionierungswerkes an ihr Haus für die Mitarbeiter und Hoffnungsträger öffneten, Lebensgemeinschaft mit ihnen führten und ein Vorbild der hingebungsvollen Liebe zeigten; es war deshalb möglich, als alle Missionare auf Leben und Tod zusammengearbeitet haben.
Teil II. Bonn UBF Werk 1990 – 1999

Das Werk Gottes von UBF BONN in den 90er Jahren

"Habt Glauben an Gott," Jesus antwortete. (Mark 11:22)


I.  Einleitung

Die 80er Jahre endeten mit einem in der Geschichte einmaligen Ereignis, nämlich mit der Maueröffnung und der sich im Oktober 1989 anschließenden friedlichen Wiedervereinigung von Ost- und West-Deutschland. Ende der 80er Jahren kamen einige der heutigen leitenden Hirten in Bonn zum persönlichen Glauben an Jesus. In den 90er Jahren wuchsen sie als Hirten, geistliche Leiter, Prediger des Wortes Gottes und als Weltmissionsmitarbeiter durch die demütige und hingebungsvolle Dienerschaft der Vorgängermissionare heran. Neun Hirtenhausgemeinden wurden in dieser Zeit gegründet und zahlreiche Missionare von Korea nach Bonn ausgesandt. Viele Kinder der zweiten Generation wurden in dieser Zeit geboren. Es war die Zeit, in der sich Bonn UBF von einem Pionierungswerk zu einer ortsansässigen Studentengemeinde entwickelte. Gott fing an, dieses Werk auch dazu zu gebrauchen, um einige Missionare als Pioniere in weitere Universitätsstädte Deutschlands auszusenden.


II.  Das Werk Gottes in und durch Bonn UBF


1. Bibelkonferenzen und Bibelschulen

In den 90er Jahren hat Gott durch sein Wort unter den Bonner Studenten mächtig gewirkt. Durch unsere regelmäßig stattfindenden Bibelkonferenzen wurde Gottes Wort in Vollmacht den Studenten gepredigt und ihnen die Liebe Gottes durch das Evangelium offenbart. Während der mehrtägigen Konferenzen, die außerhalb von Bonn in Jugendherbergen und anderen Veranstaltungsorten stattfanden, konnten wir uns - fern vom Alltag - ganz auf das Wort Gottes konzentrieren und dadurch Gott persönlich begegnen. Die beliebtesten Konferenzorte während der 90er Jahre für die Frühlings- und Herbstbibelkonferenzen waren Bad Neuenahr/Ahrweiler, Blankenheim in der Eifel, Olpe und Oberwesel. Unsere Sommerbibelkonferenzen fanden in der Regel in De Bron in Holland statt.
Unsere Bibelkonferenzen waren nicht nur evangelistisch für Neulinge ausgerichtet, sondern dienten auch zur geistlichen Stärkung der Mitarbeiter. Durch das Gruppenbibelstudium und das Schreiben von persönlichen Stellungnahmen zum Bibeltext mit anschließendem Austausch in Gruppen untereinander konnte das Wort Gottes die Herzen der Teilnehmer erreichen und darin Wurzeln schlagen. Ein Höhepunkt der Konferenzen bildeten jeweils die Glaubenszeugnisse, in denen Studenten und Missionare über ihre Bekehrung, über Gottes Gnade, seine Führung und seinen Segen an ihrem Leben berichteten. Besonders Neulinge wurden durch die Glaubenszeugnisse angesprochen, da sie nicht selten in ihrem gegenwärtigen Leben mit den gleichen Problemen und Sünden der Vortragenden konfrontiert waren. Durch die Gemeinschaft der Gläubigen, durch ihr Gebet und ihren Lobgesang, durch das Bibelstudium und die Predigt des Wortes Gottes schuf Gott bei den Konferenzen stets eine gute geistliche Atmosphäre, ein Gefäß des Heiligen Geistes, durch das viele Studenten zur Einsicht über ihre Sünden und über die Gnade Gottes kommen konnten, so dass sie hin und wieder sogar unter Tränen Buße taten und Jesus als ihren Herrn und Erlöser im Glauben dankbar annahmen. Durch Theaterstücke, Tänze und ein Musikprogramm wurden die Predigten ergänzt und die Konferenzen abgerundet und so als unsere fünf Brote und zwei Fische zu Jesus gebracht, um damit den Studenten in Deutschland, Europa und der ganzen Welt geistliche Speise zu geben. Während an den Frühlings- und Herbstbibelkonferenzen in der Regel nur Teilnehmer aus Bonn und den jeweiligen neu entstandenen Pionierungsbezirken  teilnahmen, hatten die alle zwei Jahre in De Bron stattfindenden Sommerbibelkonferenzen, die im Gegensatz zu den Frühlings- und Herbstbibelkonferenzen nicht zwei, sondern drei volle Tage währten, stets internationalen und missionarischen Charakter. Nicht nur alle Mitarbeiter aus Deutschland, sondern auch aus ganz Europa und repräsentativ auch zahlenmäßig starke Mitarbeiterteams aus Übersee, vor allem aus den USA und Korea waren dazu eingeladen. Alle unsere Sommerbibelkonferenzen in den 90er Jahren fanden noch durchweg in deutscher Sprache statt. Glaubenszeugnisse und Stellungnahmen von Mitarbeitern aus anderen Ländern wurde zwar in der jeweiligen Landessprache vorgetragen, jedoch simultan Satz für Satz im Wechsel durch einen deutschen Mitarbeiter übersetzt. Durch die Gebetsunterstützung, Missionsberichte und Glaubenszeugnisse der ausländischen Mitarbeiter wurden die Teilnehmer Zeuge von der universalen Liebe Gottes, die unabhängig von Rasse, Geschlecht und Alter, für alle Menschen gilt. In einer Zeit, in der für die meisten von uns Worte wie 'Globalisierung' und 'Internet' noch Fremdworte waren, spürte man auf den internationalen Sommberbibelkonferenzen, die weltumspannende Liebe Gottes. Gottes Herzenswunsch, alle Nationen der Erde mit dem Evangelium zu erreichen, wurde klar offenbart und Gott erweckte durch sein Wort und seinen Heiligen Geist Visionen für die Weltmission in den Herzen der Teilnehmer. Durch die Sommerbibelkonferenz, die sich Ende der 90er in die 'Internationale Europäische Sommberbibelkonferenz' umbenannte, wurde so innerhalb unserer weltweit tätigen Gemeinde das einende Band der Gnade Gottes und des Weltmissionsauftrags Jesu gefestigt. Während sich 1990 310 Teilnehmer aus acht europäischen Ländern zur Sommerbibelkonferenz anmeldeten, waren es 1998 bereits 649 Teilnehmer aus 20 europäischen Ländern. Gott gebrauchte unsere Sommerbibelkonferenzen als ein nützliches Werkzeug, um die Studenten in ganz Europa mit dem Evangelium zu erreichen und Gottes Liebe, seine Hoffnung und Vision in ihre Herzen einzupflanzen.
Neben den Bibelkonferenzen veranstalteten wir für die Studenten vor Ort in unserem Gemeindezentrum besondere Bibelschulen, wie z. B. die Genesis-Bibelschule oder die Weihnachtsbibelschule, die in der Regel zum Semesteranfang bzw. in der Vorweihnachtszeit, meistens eine Woche lang, hin und wieder auch für zwei oder drei Wochen durchgeführt wurden. Ziel dieser Bibelschulen war es, jeweils die Grundlagen des biblischen Glaubens zu vermitteln, etwa den Schöpfungsglauben, den Glauben der Glaubenspatriarchen, die Bedeutung des Kreuzes und der Auferstehung Jesu oder die Bedeutung der Geburt Jesu. Unsere Bibelschulen waren besonders auf Studienanfänger ausgerichtet, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, Gottes Wort kennenzulernen. Ihnen wurde auch die Gelegenheit gegeben, Stellungnahmen zum jeweiligen Bibeltext zu schreiben und vorzutragen und die persönlich empfangene Gnade zu bezeugen. Die Bibelschulen waren darüberhinaus auch für die einheimischen Hirten stets eine gute Gelegenheit als Diener des Wortes Gottes heranzuwachsen. Durch die tiefe Beschäftigung mit dem jeweiligen Bibeltext, durch Auswendiglernen und Schreiben von persönlichen Stellungnahmen in der Vorbereitungszeit konnten sie Gottes Wort persönlich empfangen, die Gebetsanliegen der Studenten finden und diesen während der Bibelschulen mit klaren und herausfordernden Botschaften dienen. Bei viele Studenten wurde gerade durch die Teilnahme an einer Bibelschule das geistliche Interesse nach mehr geweckt, nämlich sich durch ein anschließendes Zweierbibelstudium mit dem jeweiligen Bibellehrer noch eingehender mit dem Wort Gottes zu befassen.


2. Tägliches Brot

Frühmorgens trafen wir uns alle im Gemeindezentrum, um vor dem gemeinsamen Frühstück Gottes Wort zu betrachten und unser Herz auf Gott und seinen Willen für uns und für den jeweiligen Tag auszurichten. Nachdem Austausch unserer Stellungnahmen in Gruppen, manchmal auch nur zu zweit, beteten wir zu Gott mit den Gebetsanliegen für das Werk Gottes in Bonn, für die Weltmission, mit den Anliegen unserer Bibelschüler, aber auch mit unseren persönlichen Anliegen. Durch das Tägliche Brot lernten wir, unser Glaubensleben nicht aus unserer eigenen Kraft heraus zu führen, sondern von Gott abhängig zu sein und seinem Wort und seiner souveränen Führung zu vertrauen. Wir lernten durch das Tägliche Brot Gottes Wort zu lieben, uns selbst zu disziplinieren und die grundlegende Haltung als Streiter Christi anzuziehen. Durch das gemeinsame Tägliche Brot formte Gott durch uns ein festes und wirksames Gefäß des Gebets für die Errettung und das Heil der Studenten.


3. Jüngererziehungswerk und gemeinsames Leben

Während der 90er Jahre hatte weiterhin M. Dr. Peter Chang die Leitung von Bonn-UBF inne. Mit wenigen Ausnahmen bereitete er jede Woche die Sonntagsbotschaft vor, die in der Regel sechs bis sieben, manchmal auch noch mehr eng bedruckte Seiten umfasste. Aus seinem Hirtenherzen heraus, verkündete er Gottes Wort als das Wort Gottes. Er hatten den einfachen Glauben an die Macht des Wortes Gottes, dass den deutschen Studenten durch das Wort Gottes geholfen werden könnte, dass ihre geistlichen Augen geöffnet würden, dass sie ihrer Sünden bewusst und zu Gott umkehren würden. Mit seinem Leitwort aus dem Markusevangelium 11,22: "Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt Glauben an Gott!" forderte er die Hirten und Missionare heraus, besonders über den tief in ihren Herzen verwurzelten Humanismus Buße zu tun und den evangeliumszentrierten Glauben in ihre Herzen einzupflanzen. Grundlage seiner Botschften war das intesive Studium der vier Evangelien, der Apostelgeschichte, des Römerbriefes, der Genesis und des Exodus. Dadurch wurde allen Mitarbeitern geholfen, geistliche Einsicht für die Gnade Gottes und Gottes Willen für sie und unser Volk zu bekommen. Mit dem betenden Herzen gab M. Peter nach der Verkündigung der Botschaft oftmals sehr lange Bekanntmachungen weiter. Er betete dafür, dass die deutschen Hirten ihr Leben ganz unter die Herrschaft Jesu stellen und als verantwortliche Hirten, Bibellehrer und zukünftige geistliche Leiter für die Deutschland- und Weltmission aufgestellt werden könnten. Nach dem Gottesdient saßen wir zunächst kreisweise in kleineren Gruppen bei Kaffe und Kuchen zusammen und tauschten die aufgrund des Wortes empfangene Gnade aus. Als dann die Hoffnungsträger verabschiedet waren, trafen wir uns regelmäßig zur Mitarbeiterversammlung und Gebeststunde. Alle Mitarbeiter tauschten ihre persönlich empfangene Gnade aus. Danach dankten wir Gott und bildeten ein Gefäß des Gebets. Manchmal beteten wir eine halbe Stunde, manchmal eine ganze und hin und wieder auch auch noch länger. Aufgrund des Bibeltextes und der Sonntagsbotschaft schrieben alle Mitarbeiter danach eine persönliche Stellungnahme. Am Montagabend versammelten sich alle Mitarbeiter im Gemeindezentrum. Ein jeder trug seine Stellungnahme vor. M. Peter diente jedem einzelnen sehr sorgfältig, indem er ihn mit seinen persönlichen Gebetsanliegen ansprach, ihn lobte, ermahnte und/oder geistlich ermutigte. Wegen seines Hirtenherzens trug er oft auch viele Schmerzen, wenn Mitarbeiter unbußfertig waren und halsstarrig in ihren Sünden verharrten. Einige Mitarbeiter erhielten auch gemäß ihrem persönlichen Gebetsanliegen einen zusätzlichen Trainingsnamen, damit sie sich stets an ihr Anliegen erinnern und damit zu Gott beten konnten. So wurde z.B. H. Xenofon, H. Gehorsam genannt, H. Heidi wurde H. Humble-Monika und H. Joachim H. Eifer. Durch M. Peters Dienerschaft gab Gott uns stets klare Orientierungen, Dank-, Buß- und Gebetsanliegen. Durch seine hingebungsvolle, dienende Hirtenliebe zu jedem einzelnen, konnten die Mitarbeiter an geistlicher Einsicht gewinnen und in der Liebes- und Vertrauensbeziehung zu Jesus weiter heranwachsen, um als verantwortliche Kreisleiter sowie Hirten und Bibellehrer für die Studenten von Gott gebraucht werden zu können.
Alle einheimischen Hirten und Hirtinnen führten bis zu ihrer Heirat ein gemeinsames Leben, entweder untereinander oder aber auch zusammen mit koreanischen Mitarbeitern, sei es im Gemeindezentrum, im Kievhaus, im Hirtenhaus, Gebetshaus oder Weltmissionshaus, überall entstanden Lebensgemeinschaften aus Glaubensbrüdern oder -schwestern, die sich an den Vorbildern der Lebensgemeinschaft der ersten Christen und der Jünger Jesu mit Jesus orientierte. Durch die engen Lebensgemeinschaften wurden die Eigenarten, Schwächen und Stärken jedes Einzelnen offenbart. Ob in der Gemeinschaft unter Brüdern oder unter Schwestern, einem jeden wurde nun ganz klar, dass er oder sie kein Heiliger oder eine Heilige, sondern weiterhin ein Sünder bzw. eine Sünderin war. Durch die einseitige Gnade Jesu war zwar jeder von uns geistlich wiedergeboren worden,  unsere Lebensgemeinschaft bliebe jedoch immer eine Gemeinschaft von Sündern, denen jedoch, - im Gegensatz zu weltlichen Gemeinschaften -, vergeben worden war. Auch der kulturellen Unterschiede und Gewohnheiten zwischen Koreanern und Deutschen wurde man sich durch die enge Lebensgemeinschaft sehr bewusst. Dazu kamen auch sprachliche Barrieren. Einige Missionare kamen durch den einfachen Glaubensgehorsam gegenüber Jesu Weltmissionsbefehl nach Bonn. Oftmals besaßen sie nur geringe, manchmal sogar überhaupt keine Deutschkenntnisse und mussten diese erst erlernen. Durch die Lebensgemeinschaft entstanden so unweigerlich auch allerlei Probleme und Mißverständnisse, durch die wir jedoch im Glauben weiter wachsen konnten. Es war eine Gelegenheit, Jesus tiefer kennenzulernen, der seine Jünger in all ihrer Schwachheit und Verschiedenheit aufnahm, sie in seiner vergebenden Liebe trug, ihnen mit dem Wort Gottes und Gebet diente, um sie als seine Nachfolger aufzustellen. Durch das Zusammenleben wurden wir täglich herausgefordert, unseren Stolz und Individualismus zu verleugnen und auch daran zu denken, was dem anderen dient und nützlich ist. Wir lernten, was es praktisch bedeutet "uns untereinander die Füße zu waschen" - so wie Jesus auch seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte und ihnen gebot, es ihm gleich zu machen. Wir lernten, einander zu lieben und zu vergeben und für einander zu beten, aber auch uns gegenseitig zu ermahnen und zurechtzuweisen. Durch die Lebensgemeinschaften war Jesus mitten unter uns. Das, was wir durch das Bibelstudium theoretisch gelernt hatten, konnten wir in der Lebensgemeinschaft lernen, in die Praxis umzusetzen. Zusammenzuleben bedeutete auch, sich selbst zu disziplinieren, gemeinsam zu planen, zu organisieren und die Umgebung für das Werk Gottes vorzubereiten, um gemeinsam den Auftrag Gottes an uns, nämlich den Weltmissionsbefehl Jesu, zu erfüllen.
Als Studenten waren die Hirten und studierenden Missionare tagsüber natürlich in der Universität unterwegs. In der Regel trafen sie sich jedoch um die Mittagszeit zu zweit oder zu dritt in den Mensen, nicht nur um gemeinsam das Mittagessen zu sich zu nehmen, sondern auch, um anschließend zu beten und die Studenten zum Wort Gottes einzuladen. Auch am Samstagmittag trafen wir uns in der Mensa zum gemeinsamen Mittagessen. Weil samstags nur eine Mensa geöffnet hatte, fanden sich dort stets viele Mitarbeiter ein. Wir hatten stets fröhliche Mittagsgemeinschaft und luden oft schon während des Essens, aber natürlich auch danach interessierte Studenten zu unserem Sonntagsgottesdienst ein. Regelmäßig versammelten wir uns am Abend, ob an Werktagen oder am Wochenende, abends war immer etwas los. Nach dem gemeinsamen Abendessen im Gemeindezentrum oder in den anderen Häusern trafen wir uns entweder in kleineren Kreisen, um die Bibel zu studieren oder wir hielten unsere Tagungen ab, die nichts anderes als Gottesdienste im kleineren Rahmen waren. Freitags fand unser gemeinsamer Jüngerschaftsabend im größeren Rahmen statt, bei dem sowohl den Hirten als auch den Hoffnungsträgern Gelegenheit gegeben wurde, ihre Stellungnahmen vorzutragen und ihre Gebetsanliegen untereinander auszutauschen. Die Lebensgemeinschaften in unserer Gemeinde benutzte Gott als ein wichtiges Instrument, um den heranwachsenden Hirten zu helfen, ihren Individualismus zu überwinden, um mit M. Peter und den leitenden Missionaren zusammenzuarbeiten und das Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinde, die Mitarbeiter und Hoffnungsträger zu entwickeln und ihr Leben für das Werk Gottes einzusetzen.


4. Das Hausgemeindewerk

Kennzeichnend für die 90er Jahre war die Gründung zahlreicher Hausgemeinden. Die erste Hausgemeinde unter den einheimischen Hirten wurde 1991 zwischen H. Andreas  und H. Andrea Przewodnik gegründet. Danach folgte im April 1994 die Gründung der ersten Hausgemeinde unter Mitarbeitern mit unterschiedlicher Nationalität zwischen H. Ehrfurcht und M. Prayer Kösters. Im September des gleichen Jahres heiratete H. Jochen und M. Priska Schweitzer. Es folgten im Jahr 1995 H. Joseph und M. Jackie Phan sowie H. Joachim und H. Elke Dietzel, im Jahr 1996 H. Peter und H. Anja Schweitzer sowie H. Xenofon und H. Heidi Grigoriadis. 1998 heirateten sowohl H. Danke-Peter und M. Josefine Pilawa als auch M. Gloria und H. Michael Chrustowski. Der Gründung einer Hausgemeinde ging die Verlobungszeit voraus, in der beide Partner ihre Liebesbeziehung zu Jesus durch das Bibelstudium und durch ihr praktisches Hirtensleben vertieften. Wenn sich beide Partner zur biblischen Heiratsanschauung bekannten und geistlich reif genug waren, wurde das Hochzeitsfest gefeiert. Die ganze Gemeinde gab durch den Glauben ihr Bestes, um das jeweilige Hochzeitspaar zu segnen und sie als eine Hausgemeinde aufzustellen. Die Gründung einer Hausgemeinde, besonders die der ersten, erforderte viel Gebet, Glauben und praktische Lebenshingabe der Mitarbeiter. Satan war neidisch auf jedes dieser Ereignisse und es gab viele Widerstände, die es durch den Glauben zu überwinden galt. M. Prayer, M. Priska, M. Gloria, M. Josefine und M. Jackie trafen eine Entscheidung des Glaubens, mit den in vieler Hinsicht mangelhaften Hirten eine Glaubensfamilie zu gründen. Alle Missionare und Hirten heirateten durch den Glauben, d. h. nicht aufgrund von Sympathie, Aussehen oder menschlichen Gefühlen, sondern aufgrund der Verheißung Gottes, mit dem Ziel eine gott- und missionszentrierte Hausgemeinde für die Weltcampusmission gründen zu wollen. Durch die Aufstellung zahlreicher Hausgemeinden legte Gott in den 90er Jahren eine Grundlage dafür, dass in den kommenden Jahren weitere einheimische Studenten als Jünger Jesu wachsen und aufgestellt werden konnten.


5. Pionierungswerk und Weltmissionsbefehl

Wir beteten regelmäßig für die Pionierung weiterer Universitätsstädte Deutschlands durch Bonn-UBF. Aufgrund 1. Petrus 2,9 hielten wir an dem Gebetsanliegen fest, dass Gott Deutschland im bevorstehenden 21. Jahrhundert als eine königliche Priesterschaft und Hirtennation für die Weltmission aufstellen und gebrauchen sollte. Schon im Jahr 1990 wurde die Hausgemeinde von M. Samuel-Peter und M. Hanna Ryu nach Mainz ausgesandt. Sie dienen bis heute treu dem Werk Gottes. In den folgenden Jahren sandten wir auch MIssionare nach Siegen, Hamburg, Potsdam und Marburg aus. Jedoch erfuhren wir auch hier die neidischen Angriffe des Satans und mussten einige Rückschläge hinnehmen. Als unser Gebet für die Weltmission schrieben wir in den 90er Jahren regelmäßig einmal pro Woche jeder mindestens einen Weltmissionsbrief an unsere Mitarbeiter in der ganzen Welt. M. Peter ermutigte uns stets, der Weltmissions zu dienen und sagte, dass die Weltmission mit einem Brief beginne. Mit unseren Briefen ermutigten wir die Mitarbeiter mit dem Wort Gottes, das wir durch die Sonntagsbotschaft empfangen hatten oder berichteten von Gottes Wirken in unseren Bibelschülern oder durch unsere Konferenzen und Bibelschulen. Auf diese Weise gebrauchte Gott Bonn-UBF als eine Quelle der Ermutigung für unsere Mitarbeiter in aller Welt. Weltmissionsbriefe zu schreiben war ein erster Schritt, die Beziehung zu den Weltmissionsmitarbeitern in aller Welt herzustellen und zu pflegen und sie in ihrem oftmals einsamen geistlichen Kampf in ihren kleinen Pionierungsbezirken zu stärken und zu ermutigen. Weltmissionsbriefe zu schreiben war in einer Zeit ohne Internet und E-mails wichtig, um ein Netzwerk, das heißt ein weltweites Gefäß herzustellen, durch das der Heilige Geist sein Werk unter uns und durch uns tun konnte. Es waren unsere fünf Brote und zwei Fische für die Weltmission.


6. Umbau des Gemeindezentrums und Häuserkauf

Während wir gegen Ende der 80er Jahre noch im Wohnzimmer des Gebetshauses unsere Gottesdienste und auch unsere Tagungen und Bibelstudien abhielten, kamen wir in den 90er Jahren in den Genuss, eines sehr viel größeren Gemeindezentrums, das in der Meckenheimer Allee, ganz in der Nähe der Uni gelegen war. Natürlich handelte es sich dabei nicht um ein fertig eingerichtetes Gemeindezentrum, sondern um eine Art Lagerhalle, die einer kräftigen Renovierung und Umgestaltung bedurfte, damit man sie entsprechend unseren Zielen benutzen könnte. Gott segnete unseren Fleiß, unser Eingenengagement und auch die materiellen Opfer aller Mitarbeiter, so dass wir schließlich durch den Glauben und mit der Hilfe Gottes diese Arbeiten durchführen und eine gute Umgebung für das weitere Wirken Gottes vorbereiten konnten. Ende der 90er Jahre durften wir dann durch unser gemeinsames Dankopfer zwei weitere Häuser neben dem bisher erworbenen Gebetshaus, nämlich das Hirtenhaus und des Weltmissionshaus in der Pfarrer-Martini-Straße erwerben. Viele Mitarbeiter waren noch am studieren. Andere hatten zu jener Zeit nur einen Teilzeitjob. Es schien unmöglich, die nötige Summe für den Erwerb von zwei Häusern aufzubringen. Mit unserer eigenen Kraft konnten wir diesen Berg nicht ins Meer versetzen. Deshalb trafen sich alle Mitarbeiter abends um 22:30 Uhr zur Gebetsstunde. Mit Mk 9,23 beteten wir von ganzem Herzen. So erfuhren wir die Macht des Gebetes und versetzten diesen Berg ins Meer. Gott nahm unsere Gebete und unsere  Opfer an und erlaubte uns, alles Notwendige für den Kauf des Hirten- und Weltmissionshauses zu bekommen. Alle drei Häuser in der Pfarrer-Martini-Straße dienten zur Unterbringung der Lebensgemeinschaften, dabei wurde für jedes Haus eine leitende, verantwortliche Hirtenhausgemeinde aufgestellt.


7. Jüngerschafts- und Missionsreisen

Von 1990 bis 1999 führten wir zahlreiche Missionsreisen und Jüngerschaftsfahrten durch. M. Peter gab allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen immer wieder die Gelegenheit dazu, das Werk Gottes in anderen Bezirken und anderen Ländern kennenzulernen, die geistliche Beziehung zu den dortigen Mitarbeitern anzuknüpfen und so eine Grundlage für ein gut funktionierendes Netzwerk für die Weltmission zu legen. Jüngerschaftsfahrten dienten in erster Linie dazu, Hoffnungsträgern zu helfen, die geistliche Liebesgemeinschaft unter den Glaubensgeschwistern und ihr dienendes Leben zu erfahren und besser kennenzulernen. Durch die enge Lebensgemeinschaft während einer Jüngerschaftsfahrt bot sich den Mitarbeitern auch die Möglichkeit, den Charakter und die Gebetsanliegen der eingeladenen Hoffnungsträger genauer zu kennenzulernen und mit ihnen die geistliche Beziehung zu vertiefen. Jüngerschaftsfahrten ins Ausland waren darüber hinaus immer auch erbauliche Bidlungsreisen, auf denen wir das Glaubensleben der geistlichen Vorfahren des jeweiligen Landes, ihre Pionierarbeit und Gottes Wirken durch sie erforschten und genauer kennenlernten. Jüngerschaftsfahrten unternahmen wir nach Ostberlin - kurz nach der Öffnung der Grenze -, nach Italien, nach Ungarn, nach Tschechien, nach Frankreich, nach England und sogar nach Norwegen bis hin zum Nordkap. Missionsreisen hingegen wurden stets dazu unternommen, um Bibelkonferenzen, Bibelschulen oder -akademien in anderen europäischen Ländern mit dem Gebet und durch die praktische Teilnahme beim Bibelstudium oder durch das Vortragen eines Glaubenszeugnisses zu unterstützen. Missionsreisen zu Bibelkonferenzen waren zahlreich und wurden meist nicht von mehr als einer handvoll Mitarbeitern durchgeführt. Die Ausnahme bildeten hier die Misssionsreisen in die USA zu den an der Michigan State University stattfindenden internationalen Sommerbibelkonferenzen, zu denen große Kontingente an Missionsreiseteilnehmern sowohl aus Bonn als auch aus anderen UBF-Bezirken in Deutschland ausgesandt wurden. Missionsreisen ins europäische Ausland, in die USA oder nach Korea dienten nicht nur dazu die Mitarbeiter an den Missionsfronten geistlich zu ermutigen und zu stärken. Sie waren auch immer eine Ermutigung für die Misssionsreisenden selbst, ihren geistlichen Horizont und ihre Vision in Bezug auf das Wirken Gottes in der Weltmission zu erweitern. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Missionsreisen zu den Bibelkonferenzen in Moskau, Kiev und St. Petersburg. Hier, im ehemaligen Ostblock, konnten wir erfahren wie mächtig Gott am Wirken war, wie er unsere gemeinsamen Gebete für die Pionierung der ehemaligen Sowjetunion reichlich gesegnet und sogar die unverrückbaren und verhärteten Fronten und Grenzen des Kalten Krieges aufgebrochen und alle Mauern zum Einsturz gebracht hatte. Missionsreisen unternahmen wir auch mehrfach nach Chicago, um dort an der Versammlung der leitenden amerikanischen Hirten teilzunehmen oder um mit Mutter Sarah Barry ein vertiefendes Bibelstudium zu führen. Diese Missionsreisen zu unserem geistlichen Hauptquartier dienten stets dem geistlichen Wachstum unserer Hirten, damit sie in Zukunft als verantwortliche geistliche Leiter dem Werk Gottes in Bonn und Deutschland dienen könnten.


8. Erziehung der Missionare der zweiten Generation

Anfang der 90er Jahre waren die meisten Kinder unserer Missionare Grundschul- oder Kindergartenkinder. Sie befanden sich in einem Alter, in dem die geistliche Atmosphäre ihrer Umgebung eine sehr prägende Auswirkungen auf ihr späteres Leben haben sollte. Kinder lernen weniger von dem, was man ihnen sagt, als vielmehr von dem, was man ihnen vorlebt. Ihre Eltern, die als Missionare nach Bonn gekommen waren, lebten kein kleinbürgerliches, selbstsüchtiges Leben, sondern gaben der Mission Gottes oberste Priorität. Sie lebten kein Partner- oder Fernsehzentriertes, sondern ein Jesus- und ein missionszentriertes Glaubensleben. Ihre Wohnungen waren für die Studenten, die kamen und gingen, weit geöffnet. Sie luden sie zum gemeinsamen Essen und zum Bibelstudium ein. Von kleinauf sahen die Kinder das dienende und gebende Leben ihrer Eltern und lernten von ihnen. Die einheimischen Hirten und Hirtinnen die sich für die Lebensgemeinschaft mit den Missionaren entschieden, wurden für die Missionarskinder Onkels und Tanten, die zur 'geistlichen Familie' genauso dazugehörten wie ihre Eltern und Geschwister. Im Laufe der Zeit wurden dann schließlich auch den Hirtenfamilien immer mehr Kinder geboren, insgesamt waren es in den 90er Jahren 17 Kinder. Unsere Kinder wurden von Anfang an aktiv in die Gemeinde integriert. Durch das Bibelstudium wurden ihnen hauptsächlich von den Eltern geholfen, die biblischen Grundlagen kennenzulernen und danach zu leben. Wegen ihres asiatischen Aussehens fühlten sich einige Kinder unserer Missionare gegenüber ihren deutschen Mitschülern minderwertig. Der Druck, sich wegen der Anerkennung bei den Mitschülern, der Sünde zu beugen wurde von Jahr zu Jahr größer. Durch die geistliche Lebensgemeinschaft konnten jedoch alle unsere Kinder geistlich gut wachsen und die genannten Probleme mit der Hilfe von Gottes Wort überwinden. Nicht nur das, sondern viele von ihnen wurden mit die Besten ihrer Schulklasse, wenn nicht sogar die Klassenbesten. Die meisten unserer Kinder lernten auch von ihrer Kindzeit an, ein Instrument zu spielen und damit auch sich zu disziplinieren. Nach einer gewissen Reife, wurde ihnen dann auch die Gelegenheit gegeben, sich aktiv an der Mitgesaltung des Gottesdienstes und der regionalen Konferenzen durch ihre Musik zu beteiligen. Die Gründung des Senfkornorchesters in der Mitte der 90er Jahre war ein wichtiges Ereignis. Durch die musikalische Erziehung im Orchester lernten unsere Kinder und Jugendlichen, wie man seine Gabe im Werk Gottes einbringen und sowohl untereinander zusammenarbeiten als auch mit der älteren Generation mitwirken kann. Das Senfkornorchester belebte unser Gemeindeleben auf vielfältige Weise, indem zu verschiedenen Anlässen, wie z. B. zu Geburtstagsfeiern oder bestandenen Abschlussprüfungen spontan ein Beitrag geleistet wurde. Im Dezember 1998 fand das erste Senfkornmusikfest statt, durch das viele eingeladene Gäste Gottes Wirken in unseren Kindern und Jugendlichen sehen und dadurch sehr ermutigt wurden. Die geistliche Erziehung der zweiten Generation In den 90er Jahren orientierte sich hauptsächlich am Vorbild der Eltern. Kinder sind die Hoffnungsträger der Zukunft. Als wir unsere Kinder mit den Augen des Glaubens und der Vision Gottes als zukünftige Hirten,  Bibellehrer und geistliche Leiter betrachteten, statt als Mäuschen, Schätzchen oder Püppchen und mit dem betenden Herzen ihre von Gott gegebenen Gaben zu wecken und zu fördern suchten, konnten sie eine Beziehung zu Jesus anknüpfen und zu wichtigen Mitarbeitern in den Hausgemeinden und im gesamten Werk Gottes heranwachsen.


III.  Zusammenfassung

Mit Markus 11,22 nahmen die Hausgemeinde von M. Peter und M. Sarah Chang sowie drei weitere leitende Missionarshausgemeinden die Herausforderung an, den Ende der 80er Jahre aufgestellten einheimischen Hirten weiter mit dem Wort Gottes und Gebet zu dienen, um sie als verantwortliche, mitwirkende Hirten und Bibellehrer und geistliche Leiter im Werk Gottes aufzustellen.
Drei Faktoren waren für ihr geistliches Wachstum entscheidend:
1. die geistliche Dienerschaft der Hausgemeinde von M. Peter und M. Sarah Chang, die sich beide von ganzem Herzen dem Bibelstudium widmeten und sich dann mit dem Wort Gottes und Gebet unermüdlich um die Anliegen eines jeden einzelnen intensiv kümmerten,
2. der geistliche Kampf der Hirten mit dem Wort Gottes durch das Schreiben von Stellungnahmen und des Täglichen Brotes sowie die Vorbereitung von Predigten zu Bibelschulen und -konferenzen,
3. die nach biblischen Maßstäben ausgerichteten Lebensgemeinschaften und die Bildung eines Gebetsgefäßes.
Die geistliche Frucht, die dadurch bis Ende der 90er Jahre entstand, war vor allem die Gründung zahlreicher Hausgemeinden für die Campusmission. Aus einem kleinen Pionierungswerk war Bonn UBF zu einer Studentengemeinde von beachtlicher Größe herangewachsen. Die Hirten und Missionare kümmerten sich jeder verantwortlich um einige ihnen anvertraute Studenten, indem sie ihnen mit dem Bibelstudium dienten. Gott hatte den Glauben von M. Peters Hausgemeinde und aller Vorgängermissionaren reichlich gesegnet und schuf durch das Glaubenswachstum der Hirten und Missionare sowie durch die Entwicklung von Bonn UBF zu einer einflussreichen Gebetstruppe eine gute Ausgangsbasis, um in der kommenden Dekade als ein geistliches Hauptquartier für die Deutschland- und Europamission gebraucht zu werden.


Geschichte
 der 
UBF
Bonn
 –
 2000er 
Jahre 
Bewährung
 und
 neue 
Vision
(2000 - ­2010)


„Er 
aber 
antwortete 
und 
sprach 
zu
 ihnen : 
Gebt 
ihr 
ihnen 
zu 
essen.“
 (Mk
6,37)


Einleitung

Das 
Missionswerk 
der 
UBF
 in 
Bonn
 erfuhr 
im 
neuen 
Jahrtausend 
ein e
neue 
Stufe 
des 
Wirkens
 Gottes.
 Zu
 Beginn
 des
 neuen
 Millenniums
 bewährte
 Gott
 das
 Bonner
 Missionswerk
 durch
 feurige
 Attacken 
der 
Verleumdung. 
Gerade 
dadurch 
empfing 
jedoch 
das 
Missionswerk
 den
 Segen
 Gottes,
 dass
 einheimische
 Hirten
 als
 Prediger
 und
 Leiter
 und
 2.
 Generation-Missionare
 als 
geistliche 
Mitarbeiter 
aufgestellt 
wurden 
und 
das 
Missionswerk
 im 
Evangeliumsglauben 
gestärkt 
wurde 
und 
zum
geistlichen 
Rückgrat 
und 
Hauptquartier 
für 
das 
Missionswerk
der 
UBF 
in 
Deutschland 
und 
Europa 
heranreifen
konnte.
 Der
 Leitvers 
des 
Missionswerkes 
in 
Bonn
 im 
ersten 
Jahrzehnt
 des 
neuen 
Millenniums 
war
 Markus
6,37a: 
„Gebt 
ihr 
ihnen 
zu 
essen!“ 
Mit 
diesem 
Leitwort
 segnete
 Gott 
das Missionswerk 
in 
Bonn 
in 
den 
2000er 
Jahren,
 einige 
einheimische 
Hirten 
als 
verantwortliche 
Leiter

 und 
die 
Neue 
Generation 
durch
 die 
Internationale 
Sommerbibelkonferenz 
2009 
in 
Eringerfeld 
als 
Mitarbeiter
aufzustellen.
 Die 
Geschichte 
des 
Bonner 
Missionswerkes 
in 
den 
Jahren
 2000 
bis 
2010 
lässt
 sich 
in
 zwei
 Abschnitte 
gliedern:

Erstens,
 die 
Zeit
 der 
Anfechtung 
und
 geistlichen
 Erneuerung
(2000‐2006),
 in 
der 
Gott 
das
 Missionswerk
 der
 UBF
 in
 Bonn
 durch
 Bedrängnisse
 bewährte
 und
 vorbereitete,
 zur
 Bibel
 zurückzukehren 
und 
eine 
lebendige
 bibelzentrierte 
Gemeinschaft 
zu 
bilden.


Zweitens, 
die 
Zeit 
der 
Wiederherstellung
 der 
Vision
 und 
Hoffnung 
Gottes
(2007‐2010), 
in
 der
 das 
Bonner 
Missionswerk 
als 
offizielles
 geistliches
 Hauptquartier
 die 
Mitarbeiter
 in 
Deutschland 
und 
Europa
ermutigen
 durfte, 
das 
Werk 
der
 Zusammenarbeit
 für 
die
 geistliche 
Erweckung
 und 
Erschließung 
der 
1.700
Universitäten
 in 
Europa 
zu 
aktivieren.


I.
 Geistliche 
Bewährung 
und 
Erneuerung 
– 
Zurück 
zur 
Bibel
(2000 - ­2006)


In
 den 
1990er 
Jahren 
wurden 
durch 
den 
Glauben, 
die
 selbstlose
 Hingabe 
und 
Zusammenarbeit
 der 
Missionare 
und
einheimischen 
Hirten 
und 
durch 
deren 
Zweierbibelstudium 
und 
Lebensgemeinschaft, 
12
Hausgemeinden 
und 
viele
einheimische 
Mitarbeiter 
im 
Bonner 
Missionswerk 
aufgestellt. 
Darüber
 hinaus
 wurden 
viele
 neue 
Universitäten
 durch 
die 
Aussendung der 
studentischen 
Missionare 
und 
ihrer 
Hausgemeinden 
erschlossen. 
Auch 
waren 
viele 
hoffnungsvolle 
2.
Generation‐Missionare
 als 
geistliche 
Mitarbeiter
 für
 ihre 
Eltern 
herangewachsen. 
Aber 
wo 
es 
das
 mächtige 
Wirken 
Gottes 
gibt, 
wird 
der 
Satan 
immer 
sehr 
neidisch 
und versucht,
das 
Werk 
Gottes
 zu
 behindern
 und 
sogar 
es 
zu 
zerstören.

 Im 
Jahr 
2000
 spalteten 
sich 
einige 
Gemeinden
 der 
UBF 
in 
Korea 
vom 
Gesamtwerk 
der 
UBF 
ab.
 Diese 
Abspaltung
 ließ 
auch 
die 
in 
der 
ganzen 
Welt 
verstreuten 
Missionswerke 
der 
UBF 
nicht unberührt,
 aber
hat
im
 Rückblick
 vor 
allem
 das 
Missionswerk 
der 
UBF 
in 
Deutschland
und Europa
 am
 meisten
 getroffen.
 Gleichzeitig
 wurden
 auch
 viele
 Verleumdungen
 gegen
 das Werk 
Gottes 
im 
Internet 
vorgebracht.
 Dies 
führte 
zum 
Zerbrechen 
des 
Gebetsgefäßes 
und zur 
Beeinträchtigung 
der 
Zusammenarbeit 
der 
Missionare 
in 
Deutschland.
 Die 
Attacken 
des
 Satans 
drohten, 
alle
 bisherigen
 Glaubensfrüchte
 und 
geistlichen 
Einfluss 
der 
UBF 
zu 
zerstören. Auch 
das 
Missionswerk 
von 
UBF
 in 
Bonn
 wurde 
nicht 
wenig
 angegriffen.
 Bei 
der 
internationalen
 Sommerbibelkonferenz 
an 
der 
ISU 
im 
Jahr 
2001 
nahmen 
Dr.
 Peter 
Chang 
und 
die 
Mitarbeiter 
des
 Missionswerkes 
Gottes 
Wort 
aus 
1.
Petrus
 2,4.5 
an 
und 
entschieden
 sich, 
von Menschen
 verworfene, 
aber 
bei 
Gott 
lebendige Ecksteine 
zu 
werden 
und 
dadurch 
den 
Fußspuren
 Jesu 
zu 
folgen,
 der 
diesen 
Weg 
vor 
uns 
gegangen 
ist. 
1.Petrus 
2,9
 – 
„Ihr 
aber 
seid 
das auserwählte 
Geschlecht, 
die 
königliche 
Priesterschaft, 
das 
heilige
 Volk, 
das 
Volk 
des
 Eigentums,
 das
 ihr 
verkündigen 
sollt 
die 
Wohltaten
 dessen,
 der 
euch 
berufen
 hat 
von 
der 
Finsternis 
zu 
seinem 
wunderbaren 
Licht.“ 
–
 ermutigte
 alle
 Mitarbeiter,
 anstatt
 sich
 in 
menschliche
 Kämpfe
 zu 
verwickeln, 
die
 geistliche
 Identität
 und 
Innerlichkeit 
als 
königliche
 Priesterschaft anzuziehen
 und 
Gottes
 Wohltaten 
zu
 verkündigen. 
Viele 
Mitarbeiter 
fanden
 auch 
durch
 1.Petrus 
4,13
 Ermutigung
 und
 Trost, 
sich 
darin
 zu
 freuen, 
mit
 Christus
 zu
 leiden.
 Im
 Januar 2002
 fuhr
 M. 
Dr. 
Samuel 
Lee, 
der 
Generaldirektor 
von 
UBF, 
heim, 
nach dem 
er 
als 
Gründer der 
UBF 
40 
Jahre 
lang 
der 
Campus‐
 und 
Weltmission 
gedient 
hatte. 
Sein 
Heimgang 
hinterließ
eine 
große
 Lücke 
und 
Trauer
 in 
dem 
Werk 
Gottes 
von 
UBF, 
aber
 er
 hinter ließ 
ein 
großartiges geistliches 
Erbe, 
das 
die 
neue 
Orientierung 
für 
das 
Missionswerk 
durch 
UBF 
weltweit 
geworden 
ist 
und 
in 
dem 
einen 
Satz 
zusammengefasst 
werden 
kann: 
„Zurück
zur
Bibel.“


II.
Aufstellung 
der 
einheimischen
 Hirten
 als 
Prediger
 und
 Gruppenleiter


Gerade 
in 
der 
Zeit 
der 
Bedrängnisse 
erfuhren
 die 
Missionsmitarbeiter
 das 
mächtige 
Wirken des
 Heiligen
 Geistes
 im
 Missionswerk,
 so
 wie
 die
 Bibel
 lehrt,
 dass
 durch
 Verfolgung
 und Schwierigkeiten 
die 
Gemeinde 
Gottes 
viel mehr 
bewährt 
wird 
und 
in 
der 
Hoffnung 
Gottes wächst. 
In mitten 
der 
Verleumdungen 
wurden 
alle 
Mitarbeiter 
noch 
klarer 
in 
der 
Entscheidung 
zur 
Zusammenarbeit 
für 
die 
Weltmission. 
Sie 
dienten 
dem 
Zweierbibelstudiumswerk und 
kämpften 
auch 
den Gebetskampf, 
vor allem 
am 
frühen
 Morgen, 
noch 
hingebungsvoller. Der 
Leiter 
des
 Missionswerkes 
in 
Bonn, 
Dr. 
Peter 
Chang,
 betrachtete 
die 
Zeit 
der 
Krise 
als 
die
Gelegenheit
 des
 geistlichen
 Wachstums.
 Er
 stellte
 einheimische
 Hirten,
 wie
 H.
 Peter
Schweitzer, 
H.
Stefan 
Elsholz,
und
 H.
Jochen
 Schweitzer
 als 
Prediger 
auf
 und
 half
 ihnen,
Verantwortung 
für 
das 
Werk 
Gottes 
zu 
tragen. 
In 
der 
Zeit 
der 
Anfechtungen 
wuchsen 
die 
einheimischen 
Hirten
 als 
hingebungsvolle 
Mitarbeiter 
und 
verantwortliche 
geistliche 
Leiter 
für das 
Missionswerk 
heran. 
H.
Joachim 
wurde 
in 
der 
Tat 
wegen 
der 
Spaltung 
der 
Gemeinde sehr 
verwirrt. 
Aber 
die 
Tränen, 
Gebete 
und
 Hirtenliebe 
der 
Mitarbeiter 
angefangen 
von 
M. Mary 
Shin
 gaben 
H.
Joachim 
feste Zuversicht
 auf 
die 
absolute 
Liebe 
Gottes 
und 
eine 
neue Entscheidung 
für 
die 
souveräne
 Berufung 
Gottes 
als 
Hirte 
und 
Bibellehrer 
für 
die 
Weltcampusmission
 gemäß
 Apostelgeschichte 
9,15.
 Durch 
die 
Vergebungsgnade 
Jesu 
durfte 
er
 als
Prediger
 für 
das 
Werk 
Gottes 
mitwirken, 
später 
als 
Leiter 
für 
die 
ABC‐Bibelschule
 aufgestellt
 werden 
sowie 
als 
ein 
Haupt prediger
 bei 
der 
europäischen Sommerbibelkonferenz 
2009 
gebraucht 
werden. Weil 
Dr. 
Peter 
Chang
 seit 
Januar 
2007 
als 
verantwortlicher 
Leiter 
für 
das 
Missionswerk 
der UBF 
in 
Deutschland 
und 
Europa 
arbeitete
 und 
einen
 Großteil 
der 
Zeit 
nicht 
in 
Bonn
 verbringen 
konnte, 
standen
 die
 einheimischen
 Mitarbeiter
 vor 
einer
 großen 
Herausforderung,
 dem
 Missionswerk
 in 
Bonn 
verantwortlich 
zu 
dienen. 
Es 
bestand
 die
 Gefahr,
 dass 
das 
Missionswerk
 in
 Bonn
 dadurch
 kraft‐
 und
 orientierungslos
 werden
 würde.
 Aber
 als
 M.
 Dr.
 Peter
Chang
 sich
 aufgrund 
Markus
6,37
 entschied, 
zuerst
 den 
Mitarbeitern
 in
 Europa 
zu
 dienen,
 half 
Gott 
den 
einheimischen 
Leitern 
in 
die 
Bresche 
zu 
springen
 und 
als 
verantwortliche 
Leiter für
 das
 Werk
 Gottes 
zu
 wachsen.
 Einheimische
 Leiter
 wie
 H.
 Peter
 Schweitzer,
 H.
 Jochen Schweitzer,
 H.
 Joachim
 Dietzel 
und 
H.
Stefan 
Elsholz 
begannen 
dem 
Werk 
Gottes 
mit 
Verantwortungsbewusstsein 
zu 
dienen. 
Sie 
dienten 
jeweils
 ihrer 
Gruppe
 und 
wechselten 
sich auch 
im 
Predigen
 der 
Sonntagsbotschaft 
ab : 
Bonn 
I 
unter 
der 
Leitung 
von 
H.
Peter 
Schweitzer, 
Bonn 
II 
unter 
der 
Leitung 
von 
H. 
Stefan
 Elsholz 
und 
M.
 Petrus 
Chang, 
Bonn 
III 
unter 
der Leitung
 von 
H.
Ehrfurcht
Kösters, 
Rhein‐Sieg‐Kreis 
unter 
der 
Leitung 
von 
H.
Jochen 
Schweitzer, 
und 
ABC-Bibelschule
 unter 
der 
Leitung 
von 
H.
Joachim 
Dietzel.
 Alle 
Gruppen 
kämpften,
um 
120 
Bibelschüler 
zu 
gewinnen 
und 
gemeinsam 
mit 
500 
Bibellehrern 
und 
Bibelstudenten
 Gottes 
Wort 
zu 
feiern.

III. 
Zusammenarbeit
 der 
2.
Generation­ Missionare


1.

Glaubenskampf 
der 
2.
Generation‐Missionare


Gerade 
in 
der 
Zeit 
der 
Bedrängnisse
 gab
 es 
auch 
ein
mächtiges 
Wirken 
Gottes
 unter 
den 
2. Generation‐Missionaren.
 Sie
 wurden
 in
 der
 Schule
 mit
 den
 Missverständnissen
 und
 Verleumdungen 
konfrontiert,
 indem 
sie 
durch 
Lehrer 
und 
Klassenkameraden 
darauf
 angesprochen 
wurden. 
Aber 
M. 
Petrus 
Chang 
gab 
Gott 
die 
Ehre, 
indem 
er 
zum Medizinstudium 
an 
der Uni
 Bonn 
zugelassen 
wurde.
 Auch 
andere 
Missionare 
der 
2. 
Generation 
gaben 
Gott 
die 
Ehre, indem 
sie 
seinem 
Beispiel 
folgten 
und 
mit hervorragenden 
Noten 
ihr 
Abitur 
machten. 
H.
 Johannes 
Chang 
wurde 
Jahrgangsbester 
in
 seiner 
Abiturklasse, 
obwohl 
er 
ein 
Ausländer 
war, und
 begann
 ebenfalls
 ein
 Medizinstudium
 an
 der
 Uni
 Bonn.
 In
 der
 Zeit
 der
 Bedrängnisse
 wuchsen 
die 
2. Generation‐Missionare 
als 
wichtige
 geistliche 
Mitarbeiter
 des 
Missionswerkes
 in 
Bonn
 heran, 
die 
Gottes 
Werk 
in
 vielerlei 
Hinsicht 
vertreten 
und 
insbesondere
 durch
 das 
Senfkornorchester
 zusammenarbeiteten. 



2.

 Die
wachsende 
Gemeinschaft 
des 
Senfkornorchesters


In 
der 
Zeit 
der 
Anfechtung 
fanden 
die 
2.
Generation‐Missionare
 ihre 
geistliche 
Identität 
und Glaubenswurzel 
und 
überwanden 
den 
Druck
 dieser 
Welt 
und 
des Zeitgeistes 
durch 
das 
Vorbild 
ihrer
 Eltern. 
Jedoch 
waren
 sie 
wie 
Schafe 
ohne 
 Hirten, 
weil 
fast 
alle 
Missionsmitarbeiter,
 die
 in
 der
 Zeit
 der
 Gemeindespaltung
 bedrängt
 wurde,
 selbst
 geistliche
 Unterstützung
brauchten.
 Mit
 dem 
jammernden 
Hirtenherzen 
begann
 Dr.
 Peter
 Chang
 daher,
 die
 2.
Generation‐Missionare 
zu 
ermutigen, 
indem 
er 
das 
Senfkornorchester 
aktivierte 
und
 mehrmals Missionsreisen 
mit 
ihnen 
unternahm. Idee 
und 
Konzept 
für 
das Senfkornorchester 
wurden 
durch 
das 
Beispiel 
des 
Chicago 
UBF‐Orchesters 
unter 
der Leitung 
von 
Dr. 
Samuel 
C.
Lee 
inspiriert. 
Das 
Senfkornorchester 
hatte gemäß
 seinem
 Leitwort
 aus
 1.
 Petrus
 2,9
 zum
 Ziel,
 die
 2.
 Generation‐Missionare
 in
 ihrer
Teenager‐
und
 Studentenzeit 
durch 
das
 Musiktraining 
zu 
ermutigen,
 geistliche
 Disziplin
 zu
 lernen
 und 
geistliche 
Identität
 als 
Gottes 
königliche 
Priesterschaft 
an zu ziehen 
und 
ihre 
Gaben 
für 
das 
Werk 
Gottes 
einzusetzen.
 In 
den 
90er 
Jahren 
empfing 
die 
erste 
Welle 
der 
2.
Generation‐Missionare 
in 
Bonn, 
wie 
M.
 Petrus 
Chang, 
M. 
Maria
 P.
 Lee, 
H.
 Johannes 
Chang, 
H. Samuel 
Ryu, 
H. 
Peter 
Ryu 
und 
H. 
Samuel 
Ju, 
intensives 
Musik‐
 und 
Orchester‐Training. 
Sie konnten 
dadurch 
ihre 
Gabe
 entwickeln 
und 
diese 
auf 
verschiedenen 
Missionsreisen 
und 
Orchesterkonzerten 
in 
Amerika 
und 
Korea 
für 
die 
Ehre 
Gottes 
zum 
Einsatz 
bringen 
und 
ihren Glauben
 bezeugen. 
Auf 
diese 
Weise 
konnten 
die 
2.
Generation‐Missionare 
im 
Werk 
Gottes als 
wichtige 
Mitarbeiter 
mitwirken 
und 
ihre 
geistliche 
Position 
finden. 
Die 
erste 
Welle 
der 
2.
Generation‐Missionare,
 die
 geistliches
 Training
 im
 Senfkornorchester
 empfingen,
 gingen
 später
 zur 
Uni 
und 
studierten 
Medizin, 
Jura, 
BWL 
oder 
auch 
Musik 
und 
dienen
 sowohl 
als Leiter
 im
 Werk 
Gottes 
als 
auch 
an 
bei 
verschiedenen 
Uniaktivitäten. Durch 
ihr 
Vorbild 
wurden
 auch 
viele 
Eltern 
weltweit
 ermutigt, 
ihren
 Kindern 
göttliche 
Disziplin 
zu 
lehren. 
Unter
 ihnen 
ist 
H. 
Happy 
Maria 
Parks 
Lebensgeschichte 
am 
bekanntesten 
und herzbewegendsten. 
Das 
Senfkornorchester 
diente 
nicht 
nur 
dazu, 
um 
die
 persönliche 
Entwicklung
 der 
Mitglieder
 zu 
fördern, 
sondern 
wurde 
auch, 
Gott 
zu 
loben 
sowie 
Brücken 
und Netze 
zu 
Menschen 
und Gemeinschaften 
außerhalb 
der 
UBF 
zu 
bilden.
 So
 gab 
es 
Konzerte des 
Senfkornorchesters 
in 
Korea 
2002 
und 
2003, 
in 
den 
USA
 2004 
und 
in 
Deutschland 
2005
und 
2007. 
Letztere 
hatten 
eine 
Teilnehmerzahl
 von 
über 
1000, 
welche 
in 
der 
Beethovenhalle in 
Bonn, 
zusammenkamen. Zurzeit
 wirkt
 Gott
 durch
 das Senfkornorchester
 mächtig
 unter
 unseren
 Jugendlichen
 und Kindern. 
In 
der 
schwierigen 
Pubertätszeit 
bekommen 
sie 
durch 
das 
kontinuierliche 
Bibelstudium
 und
 die
 Orchesterübung
 notwendige
 geistliche
 Hilfe
 zum
 gesunden
 persönlichen
Wachstum.
 Sie 
können
 eine 
klare
 geistliche 
Identität
 als 
königliche 
Priesterschaft 
und 
Gottes auserwähltes 
Volk
 kennen lernen, 
indem 
sie 
die 
Wohltaten 
Gottes
 durch 
ihre 
Gabe 
verkündigen. 
Unter 
ihnen 
empfingen 
Esther 
Kim,
 Samuel 
 Kösters, 
Johannes
 Phan,
Isaak 
Jeong jun.,
 Rebekka 
Dietzel
 und 
Johanna 
Yoon 
die 
Taufe 
und 
gaben 
ihr 
Glaubenszeugnis 
weiter, indem 
sie 
Jesus 
als 
ihren 
persönlichen 
Retter 
annahmen. 
Sie 
wurden 
in
 diesem 
Jahr 
sogar 
als Prediger 
für 
die 
erste historische 
Bonn 
UBF 
KBF 
& 
JBF 
Sommerbibelkonferenz 
in 
Mücke 
aufgestellt.
Aktuell 
erfahren 
wir 
ein 
neues 
Werk 
in 
der 
Geschichte
 des 
Senfkornorchesters, 
in
 welchem die 
erste 
Welle 
der 
2.
Generation‐Missionare 
die 
Hauptverantwortung 
für 
das Senfkornorchester‐
 und 
chor
 übernehmen.
 Sie 
helfen 
den 
nachwachsenden
 jüngeren 
2.
-und 
3.
Generation‐Missionaren, 
so
wie 
sie 
einst 
die 
Hilfe 
in 
dem 
Senfkornorchester 
erfahren
haben.
 So 
ist es 
zu
 einem 
sich 
selbst 
aufrecht erhaltenden 
Werk 
Gottes 
gewachsen, 
das 
den 
guten 
geistlichen 
Einfluss 
auf 
die 
nachfolgenden
 2.
Generation‐Missionare
 und 
Hoffnungsträger 
ausübt und 
zur 
Brückenbildung 
in 
der 
bikulturellen 
Gesellschaft 
Deutschlands 
gebraucht
 wird. 


3.
Gründung
 der 
Hausgemeinden 
der
 zweiten
 Generation
 Missionare

Im
 neuen 
Jahrtausend 
durften 
wir 
durch 
die 
Hausgemeindegründungen 
der 
2.
Generation-Missionare 
eine 
neue 
Geschichte
 des 
Glaubens 
erleben. 
M. 
Petrus 
Chang 
gründete 
die 
erste Hausgemeinde 
der 
2.
Generation‐Missionare 
in 
Europa 
mit 
M. 
Pauline 
Chang 
aus 
New 
Jersey UBF, 
USA 
im 
Jahr 
2002 
durch 
den 
Glauben 
nach 
Gottes 
bester 
Führung. 
Ihr 
Glaube,
 ihre 
Hingabe 
und 
Geist 
der 
Zusammenarbeit 
sind 
wie 
die 
von 
Priska 
und 
Aquila. 
Ihrem 
Vorbild
 folgten 
H. 
Titus 
und 
M.
 Maria 
Keller 
von 
Köln 
UBF 
im 
Jahr
 2007 
und 
M. 
Peter 
und 
M. 
Maria 
P. Lee 
von 
Bonn 
UBF 
im 
Jahr 
2008 
und heirateten 
durch 
den 
Glauben 
nach 
Gottes 
bester 
Führung 
und 
Souveränität, 
indem 
sie 
ihre 
Hausgemeinden 
für 
die 
Zusammenarbeit 
für 
das 
Werk Gottes 
zur 
Verfügung
 stellten.


4.
Geburt
 der
 3.
Generation‐Missionare

Gott 
hat 
uns 
im
 neuen 
Millennium 
auch 
die 
Geburt 
der 
3.
Generation 
der 
Missionare 
sehen lassen. 
M. 
Pauline 
und 
M.
Petrus 
Chang 
durften 
sich 
durch 
den 
Glauben 
für 
die 
Erziehung von 
vielen 
Glaubensnachkommen
 einzusetzen 
und 
vier 
Kinder
 als 
3.
Generation
 der 
Missionare
 zur 
Welt
 zu
 bringen. 
M.
 Maria 
P. 
Lee 
brachte 
ihren
 ersten 
Sohn,
 Paul 
S. 
Lee,
 zur 
Welt, gerade 
nach dem
 sie 
ihr 
Medizinstudium 
in mitten 
der 
Hochschwangerschaft
 abgeschlossen hatte. 
Es 
ist 
ein 
ermutigendes 
und 
hoffnungsvolles 
Zeichen,
 dass 
viele 
gott‐ 
und 
missionszentrierte
 Hausgemeinden
 unter
 den
 2.
 Generation‐Missionaren
 aufgestellt
 werden,
 die
 den
Glauben
 haben,
 viele
 leibliche
 und
 geistliche
 Nachkommen
 hervorzubringen
 und
 an
 dem
Werk
 Gottes 
hingebungsvoll
 teilzunehmen.


IV.
Das 
Jüngererziehungswerk 
im 
neuen 
Millennium


1.
ABC‐Bibelschule

Die 
ABC‐Bibelschule 
wurde 
für 
neue 
Bibelstudenten
 gegründet
 und 
durch 
H.
Joachim
 Dietzel
 geleitet, 
der 
ein 
brennendes 
Hirtenherz 
für 
Neulinge 
des 
Glaubens 
hat, 
die 
oft 
nicht 
wissen, wie
 man 
die 
Bibel 
liest
 und 
verstehen 
kann. 
Seit
 2005
 veranstaltet 
diese 
Gruppe
 jeden 
Mittwoch 
Bibelstudium 
für 
neue 
Hoffnungsträger 
und 
Bibelstudenten 
in 
einer 
sehr 
einfachen, persönlichen
 und 
attraktiven 
Weise. 
Durch 
das
 Genesis‐, 
Johannesevangelium‐, 
12
Schritte‐ und 
Römerbrief‐Bibelstudium 
konnten 
so 
einige 
junge
 Menschen 
die 
feste 
Grundlage 
des Glaubens 
legen
 und 
anfangen,
 selbst 
als 
Bibellehrer 
zu
 wirken.

2.
Aufstellung
 der 
neuen 
Jünger
 Jesu


In 
den 
ersten 
zehn 
Jahren
 des 
Werkes
 Gottes
 nach 
dem 
Jahrtausendwechsel 
wirkte 
Gott
 mächtig
 unter 
den 
Studenten 
am 
Campus 
und 
den 
2.
Generation‐Missionaren. 
Trotz 
der 
verschiedenen
 Hindernisse
 stellte 
sie 
Gott 
als 
Campushirten
 auf.
 Dieses 
mächtige
 Werk
 Gottes
 geschah, 
als 
die 
Leiter
 und 
Mitarbeiter 
des Missionswerkes 
in 
Bonn 
eine 
Entscheidung 
trafen, zur 
Bibel 
zurück zu kehren 
– 
auch 
in mitten 
von 
Schwierigkeiten 
und 
Missverständnissen. 
Gott führte 
viele 
neue 
Studenten 
zum 
Bibelstudium. 
Unter 
ihnen
 nahmen 
H. 
Alexander 
Ripken, 
H.
Martin 
Schreck, 
H. 
Ursula 
Herbiniaux 
sowie 
auch 
die
 2.
Generation‐Missionare 
H. 
Daniel 
Park,
 H. 
Peter 
Ryu, 
H. 
David 
Lee 
und 
H. 
Jakob 
Choe 
Jesus 
als 
ihren 
Heiland 
und 
Herrn 
persönlich 
an. Sie 
empfingen 
die 
Taufe 
und 
auch 
Gottes 
Berufung 
und 
Mission, 
selber
 Hirten
 und 
Bibellehrer 
für 
die 
Campusstudenten 
zu 
sein.

V.

Die
 europäische 
Sommerbibelkonferenz
2009


1.
Regionales
 Gefäß
 der
 Zusammenarbeit
 in 
Europa


Durch
 das 
Leitwort
 Mk
6,37a
 ermutigte 
Dr. 
Peter 
Chang 
als 
Leiter
 des 
Missionswerkes 
der UBF 
in 
Europa
 die
 europäischen 
Mitarbeiter,
 zuerst 
das 
Werk 
des 
Bibelstudiums
 und
 das Gefäß 
der 
Zusammenarbeit 
regionalweise zu 
bilden 
und 
zu 
aktivieren.
 Dr.
 Peter 
Chang 
unternahm
 in 
einem
 Jahr 
23 
Missionsreisen,
 um
 die Mitarbeiter 
in 
Europa
 durch 
das 
Bibelstudium 
zu 
ermutigen 
und 
das 
Gefäß 
der 
Zusammenarbeit 
zu 
bilden. 
So
 konnten
 die 
Mitarbeiter 
in 
Europa 
Hilfe 
erfahren, 
und 
gemeinsamen 
sprachlichem 
bzw. 
kulturellem 
Hintergrund
 in 
7 
Regionen zusammenzuarbeiten: 
1. 
Deutschsprachige
 Region
(Deutschland, 
Österreich,
Schweiz), 
2. 
Englischsprachige 
Region 
(Großbritannien 
und 
Irland), 
3. 
Französischsprachige Region
(Frankreich, 
Belgien,
 Schweiz),
 4.
 Skandinavien
(Norwegen, 
Schweden,
 Dänemark),
 5. Zentraleuropa
(Tschechien, 
Polen, 
Slowakei, 
Ungarn, 
Kroatien, 
Österreich),
 6. 
Balkan
(Rumänien,
 Bulgarien,
 Griechenland,
 Mazedonien,
 Bosnien,
 Serbien,
 Albanien)
 und
 7.
 Iberische
 Halbinsel
(Portugal,
Spanien). 
So
 konnte
 das 
Missionswerk 
in 
Deutschland 
und 
Europa 
zahlenmäßig
 und 
auch 
qualitativ
 wachsen.

2.

Nehemia‐Bibelstudium
 und 
1000 
maliges 
gemeinsames 
Gebet

Zur
 Vorbereitung
 auf
 die
 Europäische
 Sommerbibelkonferenz
 2009
 in
 Eringerfeld
 hielten
 Bonn 
und 
Köln 
UBF 
im 
Jahr 
2008 
gemeinsam 
den 
1. 
historischen Weltmissionsbericht 
in 
Köln ab. 
Mehr 
als 
500 
Teilnehmer
 sahen
 und 
hörten 
über 
Gottes 
mächtiges 
Wirken 
durch 
das Werk 
des 
Zweierbibelstudiums 
und 
der Jüngererziehung 
durch 
UBF 
in 
der 
ganzen 
Welt, 
und die
 Missionsmitarbeiter
 in
 Deutschland
 begannen,
 für
 die
 Vorbereitung
 der
 Europäischen
 Sommerbibelkonferenz
 gemeinsam
 zu
 beten.
 Das
 Nehemia‐Bibelstudium
 war
 die
 gute
 Grundlage 
für 
die
 gemeinsame 
Vorbereitung
 der 
Europäischen 
Sommerbibelkonferenz 
2009 nach
 den
 Attacken
 Satans
 während
 des
 Jahrtausendwechsels.
 Durch
 das
 Nehemia‐
Bibelstudium
 konnten 
die 
Missionsmitarbeiter
 in 
Deutschland
 den
 Geist
 des 
Wiederaufbaus von 
Nehemia 
und 
den 
Israeliten 
anziehen. Durch 
das 
1000‐malige
 gemeinsame 
Gebet 
erfuhren 
wir 
bereits 
während 
der 
Konferenzvorbereitungen 
das 
mächtige 
Wirken 
des 
Heiligen
 Geistes.
 Schon
 zwei 
Monate 
vor 
Beginn 
der Konferenz 
meldeten 
sich 
1000
 Teilnehmer 
offiziell 
für 
die 
Konferenz 
an, 
sodass 
die 
Anmeldung 
gestoppt 
und 
wieder 
gestartet
 werden 
musste. 
Die 
großartige 
Zusammenarbeit 
von
den
 kostbaren 
Mitarbeitern 
von 
Amerika 
und 
Korea 
UBF, 
insbesondere 
von 
Dr. 
John 
Jun, Mother
 Barry
 und
 Dr.
 Mark
 Yang,
 die
 für
 die
 Vorbereitung
 der
 Botschaften
 der
 Prediger
 mehrmals
 nach
 Deutschland
 kamen,
 ermutigten
 die
 2.
 Generation‐Missionare
 aus
 ganz
 Deutschl and 
und 
Europa, 
durch
 verschiedene 
Aufgaben 
an 
der 
Konferenz 
durch 
Predigten,
 Lebenszeugnisse,
 Orchester,
 Chor,
 Tanz,
 Übersetzungsarbeiten,
 Technik,
 Webdesign
 und
 Mediaarbeiten
 hingebungsvoll
 mitzuwirken.
 Es
 war
 auch
 die
 erste
 Europäische
 UBF‐Sommerbibelkonferenz, 
die
 in 
englischer 
Sprache
 gehalten
 wurde. Gott 
wirkte 
durch 
die 
Internationale
 Europäische 
Sommerbibelkonferenz 
2009 
in 
Eringerfeld mächtig, 
um 
Gottes 
Hoffnung 
und 
Vision 
für 
das 
Campus‐Missionswerk
 in
 Europa
 zu 
erneuern. 
Schließlich 
kamen 
mehr 
als 
1200 
Mitarbeiter, 
Hoffnungsträger
 und 
Gäste 
aus 
Deutschland, 
Europa,
 Übersee
 und 
auch
 von
 anderen
 Gemeinden
 zu
 dieser 
Konferenz. 
Gottes 
Hoffnung 
für 
Europa, 
noch mal 
als
 ein bibelzentrierter 
und 
Missionare
 aussendender 
Kontinent gebraucht 
zu 
werden, 
wurde 
basierend 
auf 
den 
Leitvers 
der 
Konferenz, 
Exodus
 19,5.6, 
klar offenbart. 
Mehr 
als 
500 
junge 
Menschen 
erklärten 
sich 
auf 
der 
Konferenz
 bereit, 
in 
der 
Zeit
Gottes 
als 
Missionare 
aus 
Europa 
ausgesandt 
zu 
werden. 
Auf 
der 
Europäischen 
Sommerbibelkonferenz
 2009
 wurde
 das
 HopeExplorer‐Bibelstudium
 unter
 den
 Neue
 Generation-Missionaren 
initiiert.
 Es 
begann 
im 
Anschluss 
an 
die 
Konferenz 
als 
ein 
regelmäßiges 
Bibelstudiumstreffen
 der
 leitenden
 2.
 Generation‐Mitarbeiter,
 aktuell
 unter
 der
 Initiative
 und
 Leitung 
von 
H. 
Titus
 Keller
 von 
Düsseldorf 
II 
UBF, 
M. 
David 
Yoo 
von 
Köln 
I 
UBF 
und 
M.
 Petrus Chang 
von 
Bonn 
UBF. Die 
europäische 
Sommerbibelkonferenz 
2009 
war 
auch 
die 
Inspiration 
für 
das 
erste 
historische, 
internationale 
New 
Generation 
Leadership
 Forum, 
das 
am 
23. ‐ 26. 
Juni 
2010 

in 
Bonn 
stattfand. 
Es 
war 
das 
erste 
Treffen 
dieser 
Art 
in 
UBF 
Europa 
und 
hatte 
speziell 
die 
Ermutigung 
und 
Ausbildung 
der 
zukünftigen 
Leiter
 unter 
der 
Neuen 
Generation 
von 
UBF 
zum 
Ziel. UBF‐Mitbegründerin,
 Mutter 
Sarah 
Barry, 
nahm 
sich 
extra 
Zeit, 
um 
für 
die 
Ermutigung 
unserer 
Neuen 
Generation 
mitzuwirken. 
Viele 
Neue
 Generation 
Missionare 
und 
junge 
Hirten 
aus den 
europäischen 
Pionierungsbezirken, 
v.a.
H. 
Ales 
Maca
 aus 
Tschechien 
und 
H. 
Neusa 
Figuereido 
aus 
Portugal, 
konnten
 erkennen, 
wie 
das 
Werk 
Gottes 
und 
das 
geistliche 
Erbe 
von UBF
 und 
der Pioniermissionare 
auf 
den 
biblischen
 Prinzipien 
beruht. 
Viele 
Leiter
 der 
Neuen
Generation 
wurden 
ermutigt, 
mit 
der 
Vision 
und 
Hoffnung 
Gottes 
als 
exzellente 
Bibellehrer und 
globale
 geistliche 
Leiter 
wie 
Esra 
gemäß 
der 
Orientierung 
des 
Forums 
aufgrund 
des 
Leitverses
 Esra
 7,10
 zu
 wachsen
 und
 mit
 den
 Pioniermissionaren
 in
 ihrem
 jeweiligen
 Pionierungswerk 
zusammenzuarbeiten.

VI. 
Öffentlichkeitsarbeit 
und 
Netzwerkbildung


Seit
 2009
 bemühte
 sich
 das
 Missionswerk
 in
 Bonn
 auch
 für
 die
 Öffentlichkeitsarbeit
 und
 Entwicklung
 der 
Beziehung 
mit 
anderen 
Gemeinden, 
indem
 er
 mit 
Dr.
 John 
Jun 
und 
dem globalen
 UBF‐Hauptquartier
 zusammenarbeitete. 
Dafür 
wurde 
M.
 Hanna 
Ryu 
aus 
Mainz 
als verantwortliche 
Leiterin
 aufgestellt, 
die 
an internationalen 
Foren 
und 
Konferenzen 
wie 
KOSTE,
 ECMI,
 Internationales
 Diaspora
 Forum
 in
 Korea,
 usw.
 teilnahm.
 Durch
 diese
 Arbeit konnten
 andere 
Gemeinden
 den 
Wert 
des 
einzigartigen 
Missionsmodells 
der 
UBF 
erkennen, insbesondere 
das 
Modell 
der 
Jüngererziehung 
durch 
die 
Laienmission. 
Das 
Missionswerk 
in Bonn 
unterhält 
auch
 enge 
Beziehungen 
für 
die 
Zusammenarbeit 
mit 
befreundeten 
Missionsorganisationen
 wie 
OpenDoors. Für 
die 
Öffentlichkeitsarbeit
 wurde 
das Internetmissionsteam
im 
Jahr 
2005 
gegründet. 
Die Mitarbeiter
er stellen
 und 
betreiben
 verschiedene
 Webseiten
 im 
Internet 
mit 
regelmäßigen
 Berichten
 und 
Updates 
über 
das 
Wirken 
Gottes 
durch 
und 
in 
Deutschland 
und 
Europa 
UBF,
welches
 durch 
das 
Zweierbibelstudium, 
die 
Jüngererziehung
 und 
die 
Weltmission 
geschieht. Die 
Internetmission 
wurde 
auch 
ein 
Instrument, 
um 
Studenten
 zu 
ermutigen, 
das
Zweierbibelstudium 
zu 
führen.

Zusammenfassung


Zu 
Beginn
 des 
neuen 
Millenniums
 trainierte 
und 
bewährte
 Gott 
das 
Bonner
 Missionswerk
 durch
feurige 
Attacken
 des 
Satans 
der 
Verleumdung. 
Dadurch 
half 
Gott 
uns, 
zur 
Bibel 
zurückzukehren 
und 
zum 
geistlichen 
Rückgrat
 und 
geistlichen 
Hauptquartier 
für 
das 
Missionswerk 
von 
UBF 
in 
Deutschland 
und 
Europa 
heranzureifen. 
Wir 
danken 
dem 
Herrn, 
dass 
er 
in der 
Zeit 
der 
Krise 
einheimische 
Hirten
 als 
verantwortliche 
Leiter 
der 
Gemeinde 
und 
2. 
Generation‐Missionare
 als
 geistliche
 Mitarbeiter
 aufgestellt
 hat.
 Wir
 danken
 dem
 Herrn
 auch,
dass 
er 
unser 
Missionswerk 
in 
Bonn 
gebraucht
 hat, 
die 
geistliche 
Einheit
 in 
Jesus 
europaweit zu 
stärken 
und 
die 
Neue 
Generation
 zu 
ermutigen, 
mit 
der 
Hoffnung 
Gottes 
an
 dem
 Werk Gottes 
teil zunehmen.

Ein 
Wort: 
„Gebt 
ihr 
ihnen 
zu 
essen!“

Montag, 17. Oktober 2011

Bonn UBF - Exodus Lektion 8 - Gott gibt das tägliche Brot

2. Mose           15,22 – 16,36

Leitvers           16,4


„Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf, dass ich’s prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.“

Durch die letzte Lektion haben wir die wunderbare Errettungsgnade Gottes kennengelernt. Gott führte sein Volk trockenen Fußes mitten durch das Rote Meer hindurch und errettete sie vor der Armee des Pharao. Wenn wir auf den allmächtigen Gott vertrauen und ihm durch den Glauben gehorchen, dann schafft Gott dort einen Weg, wo es keinen Weg zu geben scheint. Gott möge uns helfen, weiter durch den Glauben in das Rote Meer der Jüngererziehung hineinzuziehen und mit Gottes Hilfe den Sieg des Glaubens zu erlangen, dass Deutschland in einer Hirtennation verändert.

Heute geht es darum, dass Gott anfing, die Israeliten geistlich zu erziehen, um sie als sein Volk und als sein Werkzeug für die Errettung der ganzen Welt zuzubereiten. Äußerlich gesehen waren die Israeliten nun keine Sklaven mehr. Aber innerlich besaßen sie noch immer eine sklavische Mentalität. Deswegen war es unbedingt erforderlich, dass sie die geistliche Erziehung im Glauben bekamen. Gott möchte, dass wir täglich durch den Glauben leben, das heißt, wir sollen in allen Dingen auf Gott vertrauen und ganz von ihm abhängig sein. Dann wird sich Gott durch uns offenbaren und uns als seine Zeugen und als eine königliche Priesterschaft für diese Welt gebrauchen. Möge Gott uns heute helfen, die richtige Haltung gegenüber der erziehenden Liebe Gottes einzunehmen.


1. Ich bin der Herr, dein Arzt (15,22-27)

Sehen wir uns Vers 22 an: „Mose ließ Israel ziehen vom Schilfmeer hinaus zu der Wüste Schur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser.“ Stellt euch vor, ihr wollt zu Fuß durch eine große Wüste wandern. An was denkt ihr als Erstes? An Wasser! Nach drei Tagen waren die Wasservorräte der Israeliten aufgebraucht. Das Reisen wurde immer beschwerlicher, kleine Kinder schrien vor Durst und die Alten fingen an zu klagen. All ihre Gedanken drehten sich nur noch um das Eine: Wo finden wir Wasser? Betrachten wir Vers 23: „Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den Ort Mara.“ Endlich hatten sie Wasser gefunden. Doch als sie sich begierig darauf stürzten, mussten sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass man es nicht trinken konnte. Enttäuscht wandten sie sich mit mürrischen Worten an Mose und sprachen: „Was sollen wir trinken? Sollen wir alle verdursten?“ Es war erst ein paar Tage her, als sie die wunderbare Errettungsgnade Gottes erfahren hatten, aber als sie nun auf eine existenzbedrohende Schwierigkeit stießen, murrten sie heftig gegen Mose. Statt einmal zu Gott zu beten und in Geduld auf Gottes Hilfe zu vertrauen, verloren sie schnell allen Glauben, alle Geduld und Zuversicht. Sie bekamen es mit der Angst zu tun und dachten, nun alle sterben zu müssen.

Aber Gott war mit ihnen! Sehen wir uns Vers 25 an, was Mose tat: „Er schrie zu dem Herrn, und der Herr zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß.“ Als Mose schreiend zu Gott betete, da erhörte Gott ihn und löste das Problem. Durch das Holz war das Wasser süß geworden und alle Israeliten konnten ihren Durst stillen. Gott hätte die Israeliten auch direkt zu genießbarem Trinkwasser führen können. Aber er tat das nicht. Gott konfrontiert uns manchmal mit Problemen, damit wir lernen, zu ihm zu beten und wir die Macht des Gebets erfahren. Gott möchte, dass wir allezeit mit ihm wandeln und in einer engen Liebes- und Vertrauensbeziehung mit ihm leben und alles von ihm erwarten.

Betrachten wir die Verse 25b und 26: „Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und versuchte sie und sprach: Wirst du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt.“ Durch diese Begebenheit wollte Gott den Israeliten eine weitere Lehre erteilen: Gott ist ihr Arzt, der heilende Herr für sein Volk. Gott versprach den Israeliten, keine der Krankheiten der Ägypter aufzuerlegen, wenn sie sein Gesetz halten und seinem Wort gehorchen würden. Auf diese Weise erzog Gott die Israeliten nach seinem Gesetz und Recht zu leben.

Unser Gott ist der heilende Gott. So wie das bittere Wasser in Mara durch ein Holz süß wurde, so heilt Gott die Menschen durch das Kreuz Jesu. Die Sünde macht die Herzen der Menschen bitter. Aber das Kreuz Jesu hat die Macht, uns von allen Wunden der Sünde zu heilen. In unserer Zeit denken viele Menschen, dass sie glücklich würden, wenn sie später einmal einen guten Job und ein gesichertes Einkommen haben. Sie denken, sie werden glücklich, wenn sie heiraten, Kinder bekommen, ein Haus und ein Auto besitzen. Einfach gesagt, denken sie, dass sie durch gute Bedingungen glücklich würden. Aber Jesus nennt solche Leute Narren. Sie sind wie der reiche Kornbauer in Lukas 12, der, nachdem er sich viele Schätze auf Erden gesammelt hatte, zu sich sprach: „Liebe Seele, habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?“

Diejenigen, die meinen, ohne Gott ihr Leben führen zu können und Gott nicht gehorchen wollen, werden auch oft von vielen Krankheiten und Plagen getroffen. (1. Kor 11,30) Viele Menschen leiden unter zerbrochenen Beziehungen, unter psychischen Problemen oder einfach unter der Sinnlosigkeit des Lebens. Obwohl sie äußerlich alles haben, sind sie innerlich unzufrieden, unglücklich und fühlen sich leer oder ausgebrannt.

Aber unser Gott ist unser Arzt, der unser Leben in seiner Hand hält. Darum brauchen wir uns grundlegend keine Sorgen um unser Leben zu machen. Viele unter uns haben Gottes heilende Hand in ihrem Leben erfahren. Gott heilt uns von Zweifel und Misstrauen. Gott heilt uns von Minderwertigkeitgefühlen, von Furcht und Todesangst. Gott heilt uns von Lieblosigkeit und Selbstzentriertheit und stellt uns als Hirten und Bibellehrer für das Heil der anderen auf. Darum heißt es in 2. Korinther 15,17: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur.“ Preiset Jesus, der unser Arzt ist.


2.   Speisung mit Wachteln und Manna (16,1-36)

Nachdem sich die Israeliten etwa zwei Wochen lang ausgeruht hatten, kamen sie in der Wüste Sin an, die zwischen Elim und dem Sinai lag. Und wieder gerieten sie in eine ernsthafte Krise; diesmal hatte sie kein Brot mehr. Sehen wir uns Vers 3 an: „Und sie sprachen: Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des Herrn Hand, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten Brot die Fülle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, dass ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben lasst.“ Als sie einmal hungerten, vergaßen sie sofort alle Gnade Gottes, die sie bisher erfahren hatten. Sie schauten nur noch auf ihrer momentane Situation, wurden völlig einsichtslos und murrten mit vielen bösen Ausdrücken gegen Mose. Weil sie kein Geschichtsbewusstsein und keine Dankbarkeit für das großartige Wirken Gottes in ihrem Leben hatten, dachten sie nur noch an die Fleischtöpfe Ägyptens und meinten sogar, dass ihr früheres Leben als Sklaven unter der grausamen Herrschaft des Pharao besser gewesen wäre als jetzt.

Was antwortete Gott ihnen? Sehen wir uns Vers 4 an: „Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf, dass ich’s prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.“ Erstaunlicherweise tadelte Gott die murrenden Israeliten nicht, sondern versprach ihnen, sie zu speisen und für sie zu sorgen. Gott beabsichtigte, ihnen Brot vom Himmel regnen zu lassen. Mose sagte dies den Israeliten, dass Gott ihnen am Abend Fleisch und morgens genug Brot geben würde. Er tadelte aber auch ihren mürrischen Geist. Der mürrische Geist kommt aus der Undankbarkeit und Gnadenvergessenheit. Die Israeliten sollten sich allezeit an Gottes Errettungsgnade erinnern und Gott dafür danken. Murren ist eine schlimme Sünde, nicht gegen die Menschen, sondern gegen Gott.

Betrachten wir Vers 13. Am Abend nun kamen Wachteln herauf und bedeckten das ganze Lager. Gott ließ Wachteln heraufkommen und bescherte den Israeliten eine leckere Fleischration. Doch es kam noch besser. Als morgens der Tau weg war, da lag etwas auf der Erde, was rund und klein wie Reif war. Sehen wir uns Vers 15 an: „Und als es die Israeliten sahen, sprachen sie untereinander: Man hu? Denn sie wussten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: Es ist das Brot, das euch der Herr zu essen gegeben hat.“ Gott speiste sein Volk mit Manna, das jeden Morgen auf dem Boden um das Lager herum lag. Es sah aus wie Koriandersamen und schmeckte wie Semmeln mit Honig (31). Es war wirklich ein großes Wunder, dass zwei Millionen Menschen durch das Manna in der Wüste Tag für Tag 40 Jahre lang mit Essen versorgt wurden. Durch diese Begebenheit offenbarte sich Gott als der fürsorgliche Hirte seines Volkes.

Was wollte Gott die Israeliten durch die Speisung in der Wüste lehren? Sehen wir uns noch einmal Vers 4 an: „Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf, dass ich’ s prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.“ Hier sagt Gott, dass er durch das Sammeln des Mannas prüfen wollte, ob sein Volk Israel in seinem Gesetz wandelte oder nicht. Anders gesagt, wollte Gott sein Volk darin erziehen, dass sie seinem Gesetz gehorchen sollten. Wie sah nun diese Prüfung konkret aus?

Erstens: Gott erzog sein Volk, täglich von Gott abhängig zu sein. (16,16-20) Sehen wir uns Vers 16 an. „Das ist’ s aber, was der Herr geboten hat: Ein jeder sammle, so viel er zum Essen braucht, einen Krug voll für jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte.“ Gott befahl ihnen, dass pro Person genau ein Krug voll gesammelt werden sollte. Trotzdem sammelten einige Leute mehr und einige weniger. Als sie es aber ins Zelt brachten und nachmaßen, hatten jeder die gleiche Menge im Krug. Mose befahl ihnen auch, dass sie nichts davon bis zum nächsten Morgen übrig lassen sollten. Trotzdem gehorchten sie Mose nicht, weil sie nicht daran glaubten, dass es morgen wieder Manna regnen würde. Mose wurde wegen ihres Ungehorsams zornig. Aber Gott erzog dieses sklavische Volk mit viel Geduld, um sie von ihren berechnenden Gedanken und ihrer Sorge um Brot für den morgigen Tag zu befreien, damit sie seinem Wort mit absoluter Haltung gehorchen konnten. Gott gab ihnen keinerlei Vorräte, sondern half ihnen, Tag für Tag ganz von ihm abhängig zu sein. In 5.Mose 8,3 lesen wir: „Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das du und deine Väter nie gekannt hatten, auf dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des Herrn geht.“ Gott möchte nicht, dass wir einem 10€-Schein in unserer Tasche mehr vertrauen als ihm. Gott wünscht sich von uns, dass wir reich bei Gott werden, dass wir zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit trachten und in allen Bereichen unseres Lebens auf Gottes Hilfe vertrauen. (Mt 6,33)

Georg Müller hatte solches absolutes Vertrauen in Gott. Er machte weder Schulden noch bat er irgendjemanden um eine Spende. Doch durch sein gläubiges Gebet, konnte er Gottes Hilfe reichlich erfahren und täglich bis zu 5000 Waisenkinder speisen, obwohl er oft selbst nicht einmal einen Penny besaß. M. Petrus unterbrach sein Medizinstudium für mehrere Jahre, um zunächst der Businessmission zu dienen. Es schien so, als ob er einen uneinholbaren Rückstand hinnehmen musste und gegenüber seinen gleichaltrigen Kommilitonen keine Chance mehr haben würde. Aber Gott war mit ihm. Gott segnete seinen Glaubensgehorsam gegenüber Matthäus 6,33 und erlaubte ihm im letzten Jahr das Hammer-Staatsexamen mit der besten Glaubensnote absolvieren. Darüber hinaus hat Gott ihm in diesem Jahr eine hervorragende Doktorrandenstelle und eine bezahlte Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter anvertraut, um die ihn viele seiner Kollegen beneiden. Wenn wir unser Leben zuerst nach dem Willen Gottes für die Ausbreitung des Reiches Gottes einsetzen, dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, sondern Gott wird uns mit allem versorgen, was wir zum Leben nötig haben. Als Kinder Gottes hören wir zuerst auf das Wort Gottes, wir gehorchen ihm und leben in völliger Abhängigkeit von Gott.

Zweitens: Gott erzog sein Volk, früh aufzustehen und fleißig zu sein. (16,21.22) Sehen wir uns Vers 21 an: „Sie sammelten aber alle Morgen, so viel ein jeder zum Essen brauchte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es.“ Nachdem die Sonne in diesen Breitengraden aufgegangen ist, dauert es meist nicht sehr lange und es wird sehr schnell heiß. Anders gesagt, befahl Gott den Israeliten, früh aufzustehen, fleißig zu arbeiten und ein geregeltes Leben zu führen. Bisher wurden sie als Sklaven immer nur von ihren Aufsehern zur Arbeit angetrieben. Faulheit und Vergnügungsmentalität hatten ihr Leben bestimmt, und keiner war bereit Verantwortung zu tragen. Ihre Lieblingsbeschäftigung bestand darin zu murren und zu klagen. Doch nun sollten sie lernen, für ihre Familien Verantwortung zu übernehmen und zu arbeiten. Wir sollen auch täglich fleißig lernen, studieren und arbeiten. Durch den Glauben sollen wir unser Bestes geben und so den guten Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben.

Dies trifft insbesondere auch auf unser geistliches Leben zu. Für ein gesundes geistliches Wachstum ist es notwendig, dass wir Gottes Wort täglich und regelmäßig betrachten. Jeden frühen Morgen treffen wir uns zur Frühgebetsstunde und betrachten einen Text aus der Bibel. Wir sind Gott sehr dankbar, dass auch unsere Täuflinge angefangen haben, vor der Schule zuerst zum Wort Gottes zu kommen. Wisst ihr, was der Leitvers unserer „Täglich-Brot-Lektüre“ ist? Psalm 1,2: „Sondern hat Lust am Gesetz des Herrn, und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!“ In Vers 3 heißt es weiter: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“ Weil Gott dies verheißen hat, werden unsere Täuflinge die Kraft Gottes erfahren. Gott wird sie durch sein Wort stärken und ihnen helfen, die Anfechtungen in der Welt zu überwinden und wird sie als einflussreiche, zukünftige geistliche Leiter, Bibellehrer und Hirten aufstellen. Gott helfe uns weiter vom frühen Morgen an, ein festes Gefäß des Gebetes und Heiligen Geistes zu bilden, so dass wir täglich sowohl unsere persönliche Liebesbeziehung mit Gott weiter vertiefen als auch für die Rettung und das Heil der Studenten zusammen beten und kämpfen.

Drittens: Gott gab den Israeliten das Sabbat-Training. (16,22-30) Sehen wir uns die Verse 22 und 23 an: „Und am sechsten Tage sammelten sie doppelt so viel Brot, je zwei Krüge voll für einen. Und alle Vorsteher der Gemeinde kamen hin und verkündeten’ s Mose. Und er sprach zu ihnen: Das ist’ s, was der Herr gesagt hat: Morgen ist Ruhetag, heiliger Sabbat für den Herrn. Was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das legt beiseite, dass es aufgehoben werde bis zum nächsten Morgen.“ Gemäß der Anweisung von Mose sammelten die Israeliten am sechsten Tage eine doppelte Ration und bewahrten einen Krug voll für den nächsten Tag. Diesmal wurde das Manna nicht stinkend, und es war auch kein Wurm darin. Dennoch gingen auch diesmal einige vom Volk hinaus, um zu sammeln, aber sie fanden nichts.

In 1. Mose 1 und 2 erfahren wir, dass Gott in sieben Tagen die Welt geschaffen hat, und dass er am siebten Tag von allen seinen Werken ruhte. Die Kinder Gottes sollen auch einen Tag in der Woche ganz für Gott da sein. Am Sonntag feiern wir unseren Gottesdienst. Wir hören Gottes Wort und beten Gott an. Wir danken für seine Gnade und geben ihm die Ehre. Wir bekennen unseren Glauben und haben intensive Gemeinschaft mit Gott. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist es oft nicht leicht, diesen einen Tag ganz Gott zu weihen. Wer aber Gottes Segen erfahren will, der soll das Sabbat-Training hochachten. Der schottische Leichtathlet, Eric Liddell, verzichtete bei den Olympischen Spielen 1924 auf seinen Start beim 100-Meter-Lauf, weil das Rennen an einem Sonntag stattfinden sollte. Als er auf diese Weise seinen Glauben bezeugte und Gott die Priorität gab, segnete Gott ihn mit einem Doppelsieg. Ein Teamkollege überließ ihm später seinen Startplatz beim 400-Meter-Lauf. Obwohl dies nicht seine starke Disziplin war, gewann Lidell die Goldmedaille nicht nur in diesem Lauf, sondern vor allem in seinem geistlichen Lauf, indem er den Sonntag heiligte. Gott helfe uns, trotz verschiedener Anforderungen durch Studium, Arbeit, Familie oder Freunde, den Sonntag ganz Gott zu geben und an diesem Tag Gott von Herzen zu dienen. Lasst uns weiterhin Woche für Woche geistlich kämpfen, dass wir mit 500 Hoffnungsträgern unsere Sonntagsgottesdienste feiern und dadurch Gott verherrlichen.

Durch den heutigen Text haben wir gelernt, dass Gott der heilende Arzt für sein auserwähltes Volk ist, der die Bedürfnisse und Krankheiten seines Volkes sieht und heilt. Wir haben vor allem gelernt, dass Gott sein auserwähltes Volk Israel auf verschiedene Weise, vor allem durch das Täglich-Brot- und das Sabbat-Training erzogen hat. Durch dieses Training half Gott den Israeliten nicht länger von ihren Bedingungen abhängig zu sein. Gott half ihnen, von einem sklavischen Volk in ein Königreich von Priestern verändert zu werden. Möge Gott uns helfen, Gottes Erziehung mit der rechten Herzenshaltung zu empfangen, indem wir in jeder Lage auf Gott vertrauen und an seine beste Fürsorge glauben. Möge Gott uns als eine gehorsame königliche Priesterschaft erziehen, so dass er durch uns eine geistliche Erweckung in Deutschland und Europa herbeiführt.

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9.Okt.2011 UBF Bonn